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Farbwiedergabeindex (CRI / Ra): Definition und Bedeutung für die Lichtqualität

Der Farbwiedergabeindex (englisch: Color Rendering Index, kurz CRI) ist der entscheidende Maßstab für die Farbqualität und Natürlichkeit von künstlichem Licht. Dieser Wert, der auf Datenblättern oft als LED CRI Wert oder Referenzindex Ra zu finden ist, beschreibt auf einer Skala von 0 bis 100, wie authentisch Farben im Vergleich zum natürlichen Sonnenlicht wiedergegeben werden.

Vergleich der Farbwiedergabe (CRI) in einer Werkstatt: Links fahle, grünliche Farben bei niedrigem Ra-Wert, rechts natürliche, brillante Farben bei hohem CRI-Wert unter LED-Beleuchtung.

Ein hoher CRI-Wert garantiert eine natürliche Wahrnehmung von Farben. Während für einfache Orientierungszwecke in Lagern ein niedrigerer Wert akzeptabel ist, erfordern Arbeitsplätze in der Industrie, im Gesundheitswesen sowie Verkaufsflächen im Einzelhandel zwingend eine hohe Farbtreue. Eine Missachtung dieser Werte führt häufig zu Fehlproduktionen in der Qualitätskontrolle oder einer unattraktiven Warenpräsentation.

Die CRI-Skala im Überblick

Der theoretische Maximalwert liegt bei 100 (Vergleichswert Sonnenlicht).

  • ✔ Ra 100 (Ideal): Referenzlichtquelle. Farben werden absolut natürlich wiedergegeben (z. B. Sonne).
  • ✔ Ra > 90 (Exzellent): Sehr gute Farbtreue. Standard für Grafik, Medizin & hochwertige Shops.
  • ✔ Ra > 80 (Standard): Industriestandard & Minimum für Büros nach DIN EN 12464-1.
  • ✘ Ra < 80 (Mäßig): Farben wirken fahl. Nur für Außenbereiche, Straßen oder Lager zulässig.
Inhaltsverzeichnis

CRI Tabelle: Welcher Farbwiedergabeindex für welchen Einsatzbereich?

Nicht jede Anwendung erfordert die höchstmögliche Farbwiedergabe. Während in der Logistik die Effizienz im Vordergrund steht, entscheidet im Einzelhandel die Farbbrillanz direkt über die Verkaufszahlen. Die nachfolgende Übersicht fasst die gängigen Industriestandards und normativen Anforderungen kompakt für Sie zusammen:

Tabelle 1: Übersicht der empfohlenen CRI-Werte (Ra) für verschiedene Einsatzbereiche nach DIN EN 12464-1.
EinsatzbereichEmpfohlener CRIBegründung & Norm-Hinweis
CRI für Außenbereiche & ParkplätzeRa > 70Hier genügen Standardwerte zur reinen Orientierung und Sicherheit. Wichtiger sind hier oft die IP-Schutzart sowie ausreichende Lux-Werte.
CRI in Lagerhallen & LogistikRa > 80Ausreichend für das Lesen von Etiketten und Barcodes. Hier stehen meist Helligkeit (Lumen) und der passende Abstrahlwinkel im Fokus.
CRI für Büro & ArbeitsplätzeRa > 80Gesetzliches Minimum nach ASR für Bildschirmarbeitsplätze. Eine gute Farbwiedergabe verhindert hier Ermüdung und Kopfschmerzen bei langer Arbeit.
CRI in Sporthallen (Tennis/Reiten)Ra > 80Wichtig für schnelle Reaktionszeiten und Kontrasterkennung des Balls. Neben dem CRI ist hier vor allem blendfreies Licht (UGR) entscheidend.
CRI im Einzelhandel (Mode & Shop)Ra > 90Wirtschaftlich essentiell, damit Kleidung im Laden genauso aussieht wie bei Tageslicht. Senkt die Retourenquote drastisch.
CRI für Industrie & LackierungRa > 90Zwingend erforderlich in der Qualitätskontrolle, um sog. Metamerie-Effekte zu vermeiden (Farben wirken unter Kunstlicht gleich, bei Tageslicht verschieden). Verhindert teuren Ausschuss.
CRI für Lebensmittel (Bäcker/Metzger)Ra > 90Backwaren müssen goldgelb, Fleisch frisch-rot wirken. Ein niedriger CRI lässt Lebensmittel grau und alt aussehen (Kaufbremse!).
CRI für Zahnärzte & MedizinRa > 95Unverzichtbar für die medizinische Diagnose (Hautveränderungen, Zahnfarbe). Hier darf es keine Kompromisse geben.
CRI in Museen & GalerienRa > 95Kunstwerke müssen absolut authentisch wirken. Achten Sie zudem auf UV-freies Licht, um Exponate zu schützen.

Farbwiedergabeindex (CRI) und Farbtemperatur (Kelvin) im Vergleich

In der Praxis werden diese beiden Werte oft verwechselt, beschreiben jedoch völlig unterschiedliche Eigenschaften des Lichts. Eine hochwertige Lichtplanung muss immer beide Werte berücksichtigen: Die Lichtfarbe (Kelvin) bestimmt die Stimmung des Raumes (warm oder kühl), während der CRI die Echtheit der beleuchteten Objekte definiert.

Lichtfarbe (Kelvin)

Beschreibt die Atmosphäre.

  • Warmweiß (gemütlich)
  • Neutralweiß (sachlich)
  • Tageslichtweiß (aktivierend)

Farbwiedergabe (CRI / Ra)

Beschreibt die Qualität.

  • Wie natürlich wirkt Rot?
  • Wie satt wirkt Blau?
  • Können Nuancen unterschieden werden?

Das Problem in der Praxis:
Sie können eine LED mit sehr gemütlicher Lichtstimmung (z. B. 2.700 Kelvin) kaufen, die dennoch eine miserable Farbwiedergabe (Ra 70) besitzt. Das Ergebnis: Der Raum wirkt zwar warm, aber Möbel, Kleidung und Hauttöne wirken stumpf, fahl und leblos. Achten Sie daher beim Kauf immer auf die Kombination aus passender Kelvin-Zahl und hohem Ra-Wert.


Messung und Berechnung des Farbwiedergabeindex: So wird der Ra-Wert berechnet

Der CRI ist keine geschätzte Größe, sondern das Ergebnis eines standardisierten Testverfahrens (nach CIE 13.3). Für eine objektive Bewertung reicht ein bloßer Blick nicht aus, es bedarf eines strikten Vergleichstests, bei dem die künstliche Lichtquelle im Labor gegen das “perfekte Licht” antreten muss.

Übersicht der CRI Testfarben R1 bis R14 nach DIN 6169 zur Bestimmung der Farbwiedergabe. Inklusive der Basisfarben und gesättigten Hauttöne.

Das Verfahren läuft in drei definierten Schritten ab:

  • 1. Die Referenz festlegen
    Zuerst wird eine Referenzlichtquelle definiert, die exakt dieselbe Farbtemperatur (Kelvin) hat wie die zu testende LED. Das ist entscheidend: Man vergleicht eine warmweiße LED nicht mit kaltem Tageslicht, sondern mit einer warmen Referenz (z. B. einer Glühlampe). Diese Referenz gilt als das Optimum (CRI 100).
  • 2. Die Beleuchtung der Testfarben
    Nun werden genormte Testfarben (die sogenannten Test Color Samples, TCS) erst mit der Referenz und dann mit der LED beleuchtet. Ein Messgerät analysiert, ob es Farbverschiebungen gibt. Wirkt das Hellrosa unter der LED eher gräulich? Oder das Senfgelb eher grünlich?
  • 3. Die Punktvergabe (Berechnung)
    Für jede Farbabweichung gibt es Punktabzug. Keine Abweichung bedeutet 100 Punkte. Der finale Ra-Wert ist schlicht der Durchschnittswert (arithmetisches Mittel) aus den Ergebnissen der ersten 8 Testfarben.

Die Formel zur Berechnung

Der Ra-Wert wird mathematisch als arithmetisches Mittel der Farbabweichungen der 8 Testfarben ermittelt. Die vereinfachte Formel lautet:
Ra = (100 − 4,6 · ΔEi)

Einfach erklärt: Der Wert 100 ist das Maximum. Für jede gemessene Farbabweichung (ΔE) einer Testfarbe werden 4,6 Punkte abgezogen. Der Durchschnitt dieser Abzüge ergibt Ihren finalen CRI.


Ra-Wert, erweiterter Re-Index und R9-Sättigungswert im Vergleich

Viele Anwender schauen nur auf den allgemeinen Ra-Wert. Doch dieser hat eine historische Schwäche: Er bildet nur den Durchschnitt der 8 pastelligen Testfarben (R1–R8). Für anspruchsvolle Projekte ist das oft zu wenig, da kräftige Farben ignoriert werden.

Was ist der CRI Re (Erweiterter Index)?

Der CRI Re berücksichtigt nicht nur die ersten 8, sondern alle 14 Referenzfarben (R1–R14) der DIN-Skala. Er schließt damit genau die Problemzonen vieler LEDs mit ein:
  • R1–R8: Die Standard-Pastelltöne (Basis für den Ra).
  • R9 (Rot): Entscheidend für Fleisch, Textilien und Druckereien.
  • R13 (Hautfarbe): Essentiell für Kosmetik, Friseure und Medizin.
  • R10–R12 & R14: Gesättigtes Gelb, Grün, Blau und Blattgrün.

Warum fehlt oft das gesättigte Rot (R9)?

Der kritischste Wert ist oft der R9 (Gesättigtes Rot). Der Grund liegt in der Bauweise: Standard LEDs bestehen meist aus einem blauen Chip mit einer gelben Beschichtung. Um brillantes Rot zu erzeugen, ist eine spezielle, hochwertigere Phosphor-Mischung nötig.

Die Physik dahinter (SPD): Der CRI resultiert aus der spektralen Leistungsverteilung (Spectral Power Distribution, SPD). Während Sonnenlicht ein kontinuierliches Spektrum ohne Lücken besitzt, haben einfache LEDs oft “Löcher” im Bereich Türkis und Rot. Nur hochwertige Vollspektrum-LEDs mit feinem Binning füllen diese Lücken auf.

Das Problem im Alltag: Fehlt dieser R9-Wert, wirkt Fleisch gräulich, Holzmöbel wirken stumpf und Gesichter sehen blass aus. Unsere Empfehlung: Achten Sie bei Projekten in Gastronomie, Mode oder Medizin immer auf einen R9 > 50 (für High-End Anwendungen: > 85).

Der Blick in die Zukunft: TM-30 (Rf & Rg) einfach erklärt

Um die Lichtqualität noch präziser zu messen als mit Ra oder Re, nutzen Lichtplaner zunehmend das neue Verfahren der IES TM-30. Dieses bewertet statt 14 sogar 99 Referenzfarben und beantwortet zwei einfache Fragen:
1. Wirkt die Farbe echt? (Fidelity Index Rf)

Der Rf-Wert funktioniert ähnlich wie der bekannte Ra-Wert. Er misst, ob eine Farbe so aussieht wie unter Sonnenlicht. (Zielwert > 90)

2. Wirkt die Farbe satt? (Gamut Index Rg)

Der Rg-Wert misst die Sättigung. Lässt das Licht die Farben verblassen oder leuchten sie intensiv? (Zielwert ≥ 100 für satte Farben)

Das Ergebnis in der Praxis: Eine Leuchte kann “echt” wirken (hoher CRI/Rf), aber trotzdem langweilig (niedriger Rg). In anspruchsvollen Anwendungen suchen wir daher Leuchten, die Farben nicht nur korrekt, sondern lebendig darstellen.


CRI 80 und CRI 90 im technischen sowie wirtschaftlichen Vergleich

Die Entscheidung zwischen Ra 80 und Ra 90 ist oft eine Abwägung zwischen maximaler Energieeffizienz und perfekter Ästhetik. Hier sehen Sie die technischen und wirtschaftlichen Unterschiede auf einen Blick:

Tabelle 2: Technischer und wirtschaftlicher Vergleich zwischen CRI > 80 und CRI > 90.
VergleichskriteriumCRI > 80CRI > 90
Farbwirkung & Rot-Sättigung (R9)Gut für Allgemeinbeleuchtung. Rottöne (R9) können jedoch leicht matt, bräunlich oder weniger lebendig wirken.Exzellent. Auch gesättigte Rottöne leuchten brillant und tief (vergleichbar mit natürlichem Tageslicht).
Natürlichkeit von Hauttönen (R13)Akzeptabel, wirken in Innenräumen aber teils leicht fahl oder blass. Für Büros okay, für Spiegelbeleuchtung oft unzureichend.Wirken gesund, rosig und natürlich. Ein Muss für Mode, Kosmetik und medizinische Diagnosen.
Energieeffizienz (Lumen pro Watt)Sehr hoch. Da das Spektrum weniger komplex ist, erreichen diese Chips oft die höchste Lichtausbeute am Markt.Etwas geringer. Das reichhaltigere Farbspektrum “kostet” physikalisch bedingt ca. 10–15% Lichtleistung bei gleichem Stromverbrauch.
Kosten & WirtschaftlichkeitGünstiger Industriestandard. Ideal für große Flächen, hohe Hallen & reine Arbeitsbereiche.Höhere Investition. Lohnt sich wirtschaftlich überall dort, wo Licht verkauft oder Qualität geprüft wird.

Auswirkungen des Ra-Wertes auf Wirtschaftlichkeit und Gesundheit

Ein niedriger Farbwiedergabeindex mag auf den ersten Blick effizient wirken, verursacht jedoch in der Praxis oft versteckte Folgekosten. Tatsächlich ist die Lichtqualität ein direkter Hebel für Ihren Unternehmenserfolg, sei es durch sinkende Retouren oder gesündere Mitarbeiter.

1. Wirtschaftlicher Faktor: Retouren & Fehler

In vielen Branchen entscheidet das Licht über den Gewinn:

  • Einzelhandel: Kunden nehmen Farben bei schlechtem Licht falsch wahr. Die Ware wirkt zu Hause anders als im Laden → Die Retourenquote steigt.
  • Produktion: In der Qualitätskontrolle führt eine schlechte Farbtrennung (z. B. bei Kabeladern) zu einer höheren Ausschussquote.

2. Biologischer Faktor: Sicherheit & Fokus

Das Auge muss bei schlechter Farbwiedergabe permanent “korrigieren”:

  • Ermüdung: Dieser ständige visuelle Stress führt nachweislich zu schnellerer Erschöpfung, Kopfschmerzen und sinkender Konzentration.
  • Sicherheit: Warnhinweise werden bei niedrigem CRI langsamer erkannt, was das Unfallrisiko in Gefahrenbereichen erhöht.

Praxis-Tipp: Der schnelle Selbsttest ohne Messgerät

Sie haben kein Spektrometer zur Hand? Mit diesen einfachen Methoden können Sie einen schlechten Ra-Wert sofort entlarven:

  • Der Handrücken-Test: Halten Sie Ihre Hand unter das Licht. Wirkt die Haut natürlich und rosig? Oder erscheint sie fahl, gräulich oder grünlich? (Indikator für fehlenden R13-Wert und schwachen R9-Rotanteil).
  • Der “Marineblau”-Test: Versuchen Sie, eine dunkelblaue Fläche von einer schwarzen zu unterscheiden. Bei einem niedrigen CRI verschwimmen diese Nuancen oft zu einem Einheitsbrei.

Fazit: Optimale Balance zwischen Farbtreue und Energieeffizienz

Der Farbwiedergabeindex ist eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale moderner LED Beleuchtung, darf aber nicht isoliert betrachtet werden. In der Praxis geht es immer um die Abwägung zwischen maximaler Farbtreue (Ra > 90) und maximaler Wirtschaftlichkeit.

Während in der Logistik und in hohen Hallen die Energieeffizienz (Lumen pro Watt) Vorrang hat und ein Ra 80 der ideale Standard ist, ist im Verkauf oder der Qualitätskontrolle ein Ra 90 eine Investition, die sich durch geringere Retouren und weniger Produktionsfehler schnell bezahlt macht.

Unsere Empfehlung: Verlassen Sie sich bei komplexen Projekten nicht nur auf den Datenblatt-Wert. Unsere Experten helfen Ihnen gerne persönlich weiter: Nutzen Sie einfach unser Kontaktformular, um genau die Leuchten zu finden, die für Ihren spezifischen Einsatzzweck das beste Verhältnis aus Farbwiedergabe und Effizienz bieten.


Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Farbwiedergabeindex (CRI)

Der Farbwiedergabeindex (englisch: Color Rendering Index, kurz CRI) ist eine photometrische Größe, die beschreibt, wie natürlich und unverfälscht Farben von Objekten im Licht einer künstlichen Lichtquelle wirken. Er misst die Qualität der Farbdarstellung im direkten Vergleich zu einer idealen Referenzlichtquelle (wie dem natürlichen Sonnenlicht).

In der Lichttechnik wird dieser Wert meist als Ra-Wert (allgemeiner Referenzindex) angegeben und auf einer Skala von 0 bis 100 gemessen.

  • Ra 100 (Maximum): Entspricht dem Tageslicht; alle Farben werden perfekt wiedergegeben.
  • Ra < 80 (Niedrig): Farben können fahl, gräulich oder verfälscht wirken.
  • Normierung: Der Index ist unter anderem in der DIN 6169 definiert.

Wichtig für die Planung: Der CRI sagt nichts über die Lichtfarbe (Kelvin) aus, sondern ausschließlich über die Qualität der spektralen Zusammensetzung des Lichts.

In der Lichttechnik werden die Begriffe CRI und Ra im alltäglichen Sprachgebrauch oft synonym verwendet, bezeichnen jedoch streng genommen unterschiedliche Ebenen der Definition:

  • CRI (Color Rendering Index): Dies ist der englische Oberbegriff für das Konzept der Farbwiedergabe an sich. Er beschreibt das Phänomen.
  • Ra (Allgemeiner Referenzindex): Dies ist das konkrete Formelzeichen und der berechnete Messwert. Der Ra-Wert bildet ausschließlich den Durchschnitt aus den ersten 8 genormten Testfarben (R1–R8), die eher pastellig sind.

Experten-Hinweis: Der Ra-Wert hat eine Schwäche bei gesättigten Farben (wie Rot). Für anspruchsvolle Projekte (z. B. Museen oder Mode) ist daher oft der Re (Erweiterter Referenzindex) relevanter, da dieser auch gesättigte Töne wie Rot (R9) oder Blau (R12) in die Berechnung einbezieht.

Ein Wert von CRI > 80 (Ra 80) gilt als der internationale Qualitätsstandard für die meisten Arbeitsstätten. Er bietet eine gute und natürliche Farbwiedergabe, die eine sichere Orientierung und angenehme Atmosphäre gewährleistet, ohne Farben merklich zu verfälschen.

Dieser Wert stellt technisch oft den optimalen Kompromiss aus Lichtqualität und Energieeffizienz dar, da LEDs mit Ra 80 häufig eine höhere Lichtausbeute (Lumen pro Watt) besitzen als Hoch-CRI-Varianten. Er ist daher die bevorzugte Wahl für:

  • Logistik & Lager: Wo Effizienz und Helligkeit wichtiger sind als Farbnuancen.
  • Industrie & Handwerk: Für allgemeine Produktionsbereiche (ohne Farbabmusterung).
  • Büros: Erfüllt die normativen Mindestanforderungen für Bildschirmarbeitsplätze.
  • Außenbereiche: Parkplätze und Wegebeleuchtung.

Fazit: Für 90 % aller allgemeinen Beleuchtungsaufgaben ist ein Ra-Wert von über 80 die technisch und wirtschaftlich sinnvollste Lösung. Oft qualifizieren sich diese hocheffizienten Anlagen auch für staatliche Förderprogramme.

Ein Farbwiedergabeindex von CRI > 90 (oft als High-CRI bezeichnet) steht für eine exzellente Lichtqualität, die dem natürlichen Sonnenlicht sehr nahekommt. Während Standard-LEDs oft Schwächen im roten Farbspektrum aufweisen, sorgt ein Ra 90+ für maximale Brillanz und Farbtreue.

Dieser hohe Wert ist immer dann wirtschaftlich notwendig, wenn Farben nicht nur grob erkannt, sondern präzise beurteilt werden müssen oder den Verkaufserfolg direkt beeinflussen:

  • Einzelhandel (Fashion & Food): Brillante Farben steigern die Attraktivität der Ware. Zudem sinkt die Retourenquote, da Kunden die Farben der Kleidung korrekt wahrnehmen (kein „Böses Erwachen“ zu Hause).
  • Qualitätskontrolle & Industrie: Unverzichtbar in Lackierereien, Druckereien oder der Textilbranche, um Fehlproduktionen durch falsche Farbabmusterung zu vermeiden.
  • Medizin & Pflege: Zahnärzte und Dermatologen benötigen Ra > 90, um Gewebeveränderungen oder Hauttöne sicher zu diagnostizieren.
  • Museen & Galerien: Für die authentische Präsentation von Kunstwerken.

Experten-Tipp: Achten Sie bei High-CRI-Anwendungen auch auf einen hohen R9-Wert (gesättigtes Rot). Dieser ist im allgemeinen Ra-Wert oft nur schwach gewichtet, aber entscheidend dafür, dass Hauttöne gesund und Lebensmittel (z. B. Fleisch, Obst) frisch wirken.

Bei hochwertigen Industrie-LEDs bleibt der CRI-Wert über die angegebene Nennlebensdauer (z. B. 50.000 Stunden) weitgehend konstant. Es kann jedoch schleichend zu minimalen Veränderungen kommen, die technisch als Degradation bezeichnet werden.

Ob und wie stark sich die Lichtqualität verändert, hängt von zwei entscheidenden Faktoren ab:

  • Qualität der Phosphorschicht: Weiße LEDs bestehen meist aus einem blauen Chip und einer gelben Phosphorschicht. Bei günstigen Modellen kann diese Schicht durch Hitze “altern”, was das Lichtspektrum verschiebt und den CRI senkt. Hochwertige Marken-Chips sind hier extrem stabil.
  • Gute Elektronik & Kühlung: Ein stabiler LED Treiber und ein effektiver Kühlkörper verhindern Überhitzung. Hitze ist der Hauptfeind der Farbtreue. Eine gut gekühlte Leuchte garantiert konstante Farbwerte über Jahre hinweg.

Fazit: Bei professioneller Lichtplanung mit Markenkomponenten ist kein sichtbarer Abfall der Farbwiedergabe zu befürchten. Achten Sie auf Qualitätshersteller, um eine langfristige Farbstabilität zu sichern.

In der Industrie ist ein angemessener Farbwiedergabeindex (meist Ra > 80, in Prüfbereichen Ra > 90) kein ästhetischer Luxus, sondern ein messbarer Produktionsfaktor. Eine korrekte Farbwahrnehmung hat direkten Einfluss auf die Prozesssicherheit, die Fehlerquote und den Arbeitsschutz.

Eine unzureichende Farbwiedergabe kann im industriellen Alltag schwerwiegende Folgen haben:

  • Qualitätssicherung & Fehlervermeidung: Mitarbeiter müssen Farbnuancen (z. B. bei Kabeladern, Lackierungen oder chemischen Flüssigkeiten) zweifelsfrei unterscheiden können. Ein hoher Ra-Wert senkt die Quote an Ausschussware drastisch.
  • Arbeitssicherheit: Warnhinweise, Sicherheitsmarkierungen (z. B. gelb/schwarz) und Ampelsysteme müssen in Bruchteilen von Sekunden korrekt erkannt werden. Farbverfälschungen können hier zu gefährlichen Reaktionsverzögerungen führen.
  • Mitarbeitergesundheit: Licht mit hoher spektraler Qualität wirkt – besonders in Kombination mit flimmerfreiem Licht – deutlich weniger ermüdend. Dies entlastet die Augen und fördert die Konzentration.

Norm-Hinweis: Die Beleuchtungsnorm DIN EN 12464-1 schreibt für fast alle industriellen Arbeitsplätze einen Mindestwert von Ra 80 vor, um diese Sicherheitsstandards zu gewährleisten.

Die Ermittlung des Farbwiedergabeindex (CRI) erfolgt nicht durch bloße Schätzung, sondern durch ein standardisiertes, spektralphotometrisches Messverfahren (nach CIE 13.3). Dabei muss sich die künstliche Lichtquelle einem strengen Vergleichstest gegen das „perfekte Licht“ stellen.

Der Messprozess läuft in drei definierten Phasen ab:

  1. Festlegung der Referenzquelle: Zuerst wird eine Referenzlichtquelle definiert, die exakt dieselbe Farbtemperatur (Kelvin) besitzt wie die zu testende Lampe.
    • Für warmes Licht (< 5000 K) dient ein theoretischer Schwarzer Strahler (Planckscher Strahler) als Referenz.
    • Für kaltes Licht (> 5000 K) wird Tageslicht als Referenz genutzt.

    Diese Referenzquellen haben per Definition einen CRI von 100.

  2. Beleuchtung der Testfarben (R1–R8): Nun werden 8 genormte, pastellige Testfarben (die sogenannten Test Color Samples, TCS) erst mit der Referenz und dann mit der Test-Lichtquelle beleuchtet. Ein Messgerät analysiert dabei die spektrale Reflexion: Wirkt das Hellrosa unter der LED gräulich? Oder das Senfgelb grünlich?
  3. Berechnung der Abweichung: Für jede der 8 Farben wird die Farbabweichung berechnet. Keine Abweichung bedeutet 100 Punkte. Je größer der Farbdrift, desto niedriger der Wert (z. B. 80 oder 70).
    Der finale Ra-Wert ist schlicht der arithmetische Mittelwert aus diesen 8 Einzelmessungen.

Experten-Hinweis: Da der Standard-Ra-Wert nur 8 Pastellfarben nutzt, werden hochwertige LEDs oft zusätzlich mit erweiterten Testfarben geprüft – insbesondere mit R9 (Gesättigtes Rot), um sicherzustellen, dass auch kräftige Töne korrekt wiedergegeben werden.


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