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Lichtstärkeverteilungskurve (LVK): Bedeutung, Diagramm und Lichtverteilung

Die Lichtstärkeverteilungskurve, kurz LVK, zeigt, wie eine Leuchte ihr Licht in verschiedene Richtungen abgibt. Sie macht sichtbar, ob das Licht breit verteilt, eng gebündelt, symmetrisch oder gezielt in eine bestimmte Richtung gelenkt wird.

Damit ist die LVK eine wichtige Grundlage, um die Lichtverteilung einer Leuchte besser zu verstehen. Sie zeigt nicht nur, wie viel Licht vorhanden ist, sondern vor allem, wohin dieses Licht abgestrahlt wird und wie stark es in den einzelnen Richtungen ist.

Definition

Was bedeutet Lichtstärkeverteilung bei LED Beleuchtung?

Lichtstärkeverteilung beschreibt, in welche Richtungen eine Leuchte Licht abgibt und wie stark das Licht in diesen Richtungen ist.

Die Lichtstärkeverteilungskurve ist die grafische Darstellung dieser Lichtverteilung. Sie hilft zu erkennen, ob eine Leuchte eher breitstrahlend, tiefstrahlend, symmetrisch oder asymmetrisch abstrahlt.


Was zeigt eine Lichtstärkeverteilungskurve?

Eine Lichtstärkeverteilungskurve zeigt, wie eine Leuchte ihr Licht räumlich verteilt. Sie macht sichtbar, in welche Richtungen Licht abgegeben wird, wie stark das Licht dort ist und welchen grundsätzlichen Lichtcharakter die Leuchte hat.

  • Richtung Wohin strahlt die Leuchte? Die LVK zeigt, in welche Richtungen eine Leuchte Licht abgibt. Dadurch wird erkennbar, ob das Licht eher nach unten, seitlich, breit in den Raum oder gezielt in eine bestimmte Richtung abgestrahlt wird.
  • Lichtstärke Wie stark ist das Licht in dieser Richtung? Die Kurve zeigt nicht nur die Richtung, sondern auch die Stärke des Lichts in dieser Richtung. Je weiter die Kurve im Diagramm nach außen reicht, desto höher ist die Lichtstärke in der jeweiligen Abstrahlrichtung.
  • Lichtcharakter Wie verteilt sich das Licht insgesamt? An der Form der Kurve lässt sich erkennen, ob eine Leuchte breitstrahlend, tiefstrahlend, symmetrisch, asymmetrisch, direkt oder indirekt abstrahlt. Damit hilft die LVK, den Lichtcharakter einer Leuchte fachlich einzuordnen.

Einordnung: Eine Lichtstärkeverteilungskurve zeigt also nicht einfach „hell oder dunkel“, sondern die räumliche Lichtverteilung einer Leuchte. Sie ist deshalb deutlich aussagekräftiger als ein einzelner Lumenwert oder eine rein optische Produktabbildung.

Lichtstärkeverteilungskurve LVK einer LED Leuchte als Polardiagramm

LVK lesen: Kurve, Winkel und Lichtstärke verstehen

Eine Lichtstärkeverteilungskurve wird meist als Polardiagramm dargestellt. Das Diagramm zeigt die Leuchte vereinfacht von der Seite oder im Schnitt und macht sichtbar, in welche Richtung das Licht abgegeben wird und wie stark es dort ist.

Beim Lesen einer LVK geht es nicht darum, eine Fläche direkt zu bewerten. Die Kurve zeigt zuerst die Lichtabgabe der Leuchte nach Richtung. Wie viel Licht später tatsächlich auf einer Nutzfläche ankommt, hängt zusätzlich von Montagehöhe, Abstand, Leuchtenposition, Fläche und Umgebung ab.

Eine LVK lässt sich in vier einfachen Schritten lesen:

  • Mittelpunkt Wo sitzt die Leuchte? Der Mittelpunkt des Diagramms steht vereinfacht für die Position der Leuchte. Von dort aus wird dargestellt, in welche Richtungen die Leuchte Licht abstrahlt.
  • Winkel In welche Richtung geht das Licht? Die Winkel im Diagramm zeigen die Abstrahlrichtung. Je nach Darstellung lässt sich erkennen, ob Licht stark nach unten, seitlich, breit in den Raum oder gezielt in eine bestimmte Richtung abgegeben wird.
  • Kurve Wie ist das Licht verteilt? Die Kurvenlinie zeigt die Lichtstärke in den jeweiligen Richtungen. Eine schmale, weit nach außen laufende Kurve deutet auf stärker gebündeltes Licht hin. Eine breite Kurve zeigt eine flächigere Lichtverteilung.
  • Außenabstand Wo ist die Lichtstärke höher? Je weiter die Kurve vom Mittelpunkt entfernt liegt, desto höher ist die Lichtstärke in dieser Richtung. Bereiche näher am Mittelpunkt zeigen eine geringere Lichtstärke in der jeweiligen Abstrahlrichtung.

Einordnung: Die LVK zeigt die Lichtstärkeverteilung der Leuchte, nicht direkt die Beleuchtungsstärke auf einer Fläche. Sie beantwortet also zuerst die Frage: Wohin strahlt die Leuchte wie stark? Für die tatsächliche Ausleuchtung einer Nutzfläche müssen daraus anschließend Abstand, Montagehöhe, Leuchtenabstand, Fläche und Lichtplanung abgeleitet werden.


Was bedeuten C0/C180 und C90/C270 in der LVK?

In einer Lichtstärkeverteilungskurve werden häufig zwei Schnittebenen dargestellt: C0/C180 und C90/C270. Diese Ebenen zeigen die Lichtverteilung einer Leuchte aus zwei unterschiedlichen Richtungen. Dadurch lässt sich besser erkennen, ob eine Leuchte in alle Richtungen ähnlich abstrahlt oder ob sie das Licht in einer Richtung stärker verteilt.

Einfach gesagt: Die LVK zeigt nicht nur eine einzige Lichtkurve, sondern oft zwei Blickrichtungen durch die Leuchte. Besonders bei länglichen, ovalen oder asymmetrischen Lichtverteilungen ist das wichtig, weil die Leuchte längs und quer unterschiedlich abstrahlen kann.

Die beiden Ebenen helfen, die Lichtverteilung einer Leuchte räumlich besser zu verstehen:

  • C0/C180 Erste Schnittebene durch die Leuchte C0/C180 beschreibt eine Schnittebene durch die Leuchte. Bei vielen Leuchten zeigt diese Ebene eine Hauptansicht der Lichtverteilung, zum Beispiel quer zur Leuchte oder entlang einer definierten Bezugsrichtung.
  • C90/C270 Zweite Schnittebene im rechten Winkel C90/C270 beschreibt eine zweite Schnittebene, die zur ersten Ebene versetzt ist. Dadurch wird sichtbar, ob die Leuchte in der anderen Richtung ähnlich oder deutlich anders abstrahlt.
  • Vergleich Ähnliche Kurven bedeuten ähnliche Verteilung Wenn C0/C180 und C90/C270 ähnlich aussehen, verteilt die Leuchte ihr Licht in beiden Ebenen ähnlich. Das deutet häufig auf eine eher symmetrische oder gleichmäßige Lichtverteilung hin.
  • Unterschied Abweichende Kurven zeigen Richtwirkung Wenn sich die Kurven stark unterscheiden, strahlt die Leuchte je nach Richtung unterschiedlich ab. Das ist typisch für längliche, ovale, asymmetrische oder gezielt gerichtete Lichtverteilungen.

Einordnung: C0/C180 und C90/C270 sind zwei Schnittebenen durch die Lichtverteilung einer Leuchte. Sie zeigen, ob die Leuchte längs und quer ähnlich abstrahlt oder ob das Licht richtungsabhängig verteilt wird. Bei linearen Leuchten entsprechen diese Ebenen häufig vereinfacht der Längs- und Querrichtung der Leuchte.


Was bedeutet cd/klm in einer Lichtstärkeverteilungskurve?

In Lichtstärkeverteilungskurven werden Werte häufig in cd/klm angegeben. Diese Angabe bedeutet Candela pro Kilolumen. Sie zeigt also, wie viel Lichtstärke eine Leuchte pro 1.000 Lumen Lichtstrom in eine bestimmte Richtung abgibt.

Der Vorteil: Lichtverteilungen werden dadurch besser vergleichbar. Die Kurve zeigt nicht nur die absolute Leistung einer bestimmten Leuchte, sondern die Form und Richtung der Lichtverteilung bezogen auf 1.000 Lumen.

Einheit

cd/klm = Candela pro 1.000 Lumen

cd Candela, also Lichtstärke in eine Richtung
klm Kilolumen, also 1.000 Lumen
cd/klm Lichtstärke bezogen auf 1.000 Lumen

Einfach erklärt: cd/klm zeigt, wie stark eine Leuchte ihr Licht in einer bestimmten Richtung abgibt, wenn man die Lichtverteilung auf 1.000 Lumen normiert. Dadurch lassen sich Lichtstärkeverteilungskurven unterschiedlicher Leuchten besser miteinander vergleichen.

Rechenbeispiel: Zeigt die LVK in einer Richtung 150 cd/klm und hat die Leuchte 20.000 lm, entspricht das 20 klm. Der reale Wert liegt dann näherungsweise bei 150 × 20 = 3.000 cd in dieser Richtung.

Einordnung: cd/klm ist keine zusätzliche Lichtart, sondern eine normierte Darstellungsweise. Sie hilft zu erkennen, wie die Leuchte ihr Licht verteilt, unabhängig davon, ob eine konkrete Variante 5.000 lm, 20.000 lm oder 50.000 lm abgibt. Für die reale Planung muss die normierte Kurve anschließend mit dem tatsächlichen Lichtstrom der Leuchte bewertet werden.


LVK, Abstrahlwinkel und Lichtverteilung unterscheiden

LVK, Abstrahlwinkel und Lichtverteilung hängen zusammen, bedeuten aber nicht dasselbe. Der Abstrahlwinkel beschreibt vereinfacht, wie breit ein Lichtkegel ist. Die Lichtstärkeverteilungskurve zeigt genauer, wie stark die Leuchte ihr Licht in verschiedene Richtungen abgibt. Die Lichtverteilung beschreibt schließlich, wie das Licht praktisch im Raum oder auf einer Fläche wirkt.

  • Abstrahlwinkel Vereinfachter Winkelwert Der Abstrahlwinkel gibt an, wie breit oder eng eine Leuchte ihr Licht ungefähr abgibt. Ein Wert wie 60°, 90° oder 120° hilft bei der ersten Einordnung, zeigt aber nicht die vollständige Lichtverteilung.
  • LVK Genaue Kurve nach Richtung Die Lichtstärkeverteilungskurve zeigt, wie stark die Leuchte in einzelne Richtungen abstrahlt. Dadurch wird sichtbar, ob Licht gleichmäßig, tief, breit, oval, asymmetrisch oder stark gerichtet verteilt wird.
  • Lichtverteilung Praktische Wirkung auf Raum und Fläche Die Lichtverteilung beschreibt, wie das Licht tatsächlich im Raum oder auf der Nutzfläche ankommt. Sie hängt nicht nur von der Leuchte ab, sondern auch von Montagehöhe, Abstand, Ausrichtung, Umgebung und Leuchtenanordnung.

Einordnung: Eine LVK ist aussagekräftiger als ein einzelner Abstrahlwinkel, weil sie nicht nur die ungefähre Breite des Lichtkegels zeigt, sondern die Lichtstärke in verschiedenen Richtungen darstellt. Zwei Leuchten können denselben Abstrahlwinkel haben und trotzdem unterschiedlich wirken, wenn ihre Lichtstärkeverteilung verschieden ist.


Polardiagramm, Lineardiagramm und Isoluxdiagramm unterscheiden

Bei Lichtverteilung und Lichtplanung werden unterschiedliche Diagramme verwendet. Wichtig ist dabei die Unterscheidung: Eine Lichtstärkeverteilungskurve zeigt die Lichtabgabe der Leuchte nach Richtung. Ein Isoluxdiagramm zeigt dagegen, wie viel Licht auf einer Fläche ankommt.

Diagramm Was wird gezeigt? Wofür ist es hilfreich?
Polardiagramm Lichtstärke nach Richtung Das Polardiagramm zeigt, wie stark eine Leuchte in verschiedene Richtungen abstrahlt. Es ist die typische Darstellung einer Lichtstärkeverteilungskurve und hilft, den Lichtcharakter einer Leuchte zu verstehen.
Lineardiagramm Lichtstärke linear dargestellt Das Lineardiagramm stellt die Lichtstärke nicht kreisförmig, sondern linear dar. Es kann hilfreich sein, wenn bestimmte gerichtete oder sehr enge Lichtverteilungen übersichtlicher verglichen werden sollen.
Isoluxdiagramm Beleuchtungsstärke auf einer Fläche Das Isoluxdiagramm zeigt, wie sich Lux-Werte auf einer Fläche verteilen. Es hilft zu erkennen, welche Bereiche stärker oder schwächer beleuchtet werden.

Einordnung: Polardiagramm und Lineardiagramm beschreiben die Lichtabgabe der Leuchte. Ein Isoluxdiagramm beschreibt dagegen die Wirkung auf einer konkreten Fläche. Deshalb ersetzt eine LVK keine Lichtplanung, sondern liefert die Grundlage dafür, wie eine Leuchte in der Planung berechnet und bewertet werden kann.


Symmetrische und asymmetrische Lichtstärkeverteilung

Eine Lichtstärkeverteilung kann symmetrisch oder asymmetrisch sein. Der Unterschied ist wichtig, weil er zeigt, ob eine Leuchte ihr Licht gleichmäßig in mehrere Richtungen verteilt oder bewusst stärker in eine bestimmte Richtung lenkt. Symmetrisch verteilte Leuchten eignen sich zum Beispiel für gleichmäßige Flächen wie in der Industriebeleuchtung, während asymmetrische Verteilungen etwa bei der Fassadenbeleuchtung oder Tennisplatzbeleuchtung gezielt in eine Richtung lenken.

  • Symmetrisch Licht verteilt sich ähnlich in mehrere Richtungen Bei einer symmetrischen Lichtstärkeverteilung ist die Kurvenform in mehreren Richtungen ähnlich. Das Licht wird gleichmäßiger um die Leuchte herum verteilt und eignet sich häufig für flächige oder allgemeine Beleuchtungsaufgaben, etwa für LED Hallenstrahler.
  • Asymmetrisch Licht wird gezielt in eine Richtung gelenkt Bei einer asymmetrischen Lichtverteilung ist die Lichtabgabe bewusst richtungsabhängig. Das Licht wird stärker auf eine bestimmte Seite, Fläche oder Zielrichtung gelenkt, etwa für LED Flutlichtstrahler.
  • Einsatz Richtige Verteilung hängt von der Fläche ab Symmetrische Verteilungen sind oft für gleichmäßig zu beleuchtende Flächen sinnvoll. Asymmetrische Verteilungen werden häufig genutzt, wenn Wege, Straßen, Wände, Plätze, Außenflächen oder Sportflächen gezielt aus einer bestimmten Richtung beleuchtet werden sollen.

Einordnung: Die LVK macht sichtbar, ob eine Leuchte symmetrisch oder asymmetrisch abstrahlt. Ähnliche Kurven in mehreren Ebenen sprechen eher für eine symmetrische Lichtverteilung. Stark unterschiedliche Kurven zeigen, dass das Licht richtungsabhängig gelenkt wird.


IES und LDT: photometrische Daten hinter der Lichtverteilung

IES- und LDT-Dateien enthalten photometrische Daten einer Leuchte. Sie beschreiben nicht nur, dass eine Leuchte Licht abgibt, sondern wie dieses Licht räumlich verteilt wird. Damit liefern sie die technischen Daten, aus denen Planungssoftware eine Lichtverteilung, Beleuchtungsstärke und Ausleuchtung berechnen kann.

Während Produktbilder, Watt– oder Lumenangaben nur einzelne Eigenschaften zeigen, enthalten IES- und LDT-Dateien die messbaren Lichtdaten hinter der Leuchte. Sie sind deshalb wichtig, wenn eine Beleuchtung nicht nur grob eingeschätzt, sondern fachgerecht geplant werden soll.

  • IES Photometrische Leuchtendaten IES-Dateien enthalten messbare Informationen zur Lichtverteilung einer Leuchte. Sie werden genutzt, um Leuchten in Lichtplanungssoftware einzulesen und die Lichtwirkung rechnerisch zu bewerten.
  • LDT Leuchtendaten für die Lichtplanung LDT-Dateien erfüllen einen ähnlichen Zweck. Sie enthalten technische Lichtdaten, mit denen Programme wie DIALux oder Relux berechnen können, wie eine Leuchte ihr Licht auf Flächen, Räume oder Außenbereiche verteilt.
  • Planung Mehr als Bild, Watt oder Lumen Für eine belastbare Lichtplanung reicht es nicht, nur die Wattzahl, den Lichtstrom oder ein Produktbild zu kennen. Entscheidend ist, wie die Leuchte das Licht tatsächlich verteilt und welche Werte auf der Nutzfläche entstehen.

Einordnung: Die LVK ist die grafische Darstellung der Lichtverteilung. IES- und LDT-Dateien sind die dahinterliegenden photometrischen Datensätze, mit denen diese Lichtverteilung in Planungssoftware berechnet werden kann. Sie bilden damit die Grundlage für eine fachgerechte Lichtplanung und die belastbare Bewertung von Leuchten in realen Projekten.


Typische Fehler beim Lesen einer Lichtstärkeverteilungskurve

Beim Lesen einer Lichtstärkeverteilungskurve entstehen häufig Fehler, wenn die Kurve wie ein einfacher Abstrahlwinkel, ein absoluter Candela-Wert oder eine direkte Lux-Verteilung auf der Fläche verstanden wird. Eine LVK zeigt jedoch zuerst die Lichtstärkeverteilung der Leuchte nach Richtung. Für die praktische Ausleuchtung müssen anschließend Abstand, Montagehöhe, Fläche, Leuchtenposition und Planungsdaten berücksichtigt werden.

  • Fehler 1 LVK mit Abstrahlwinkel verwechseln

    Der Abstrahlwinkel ist nur ein vereinfachter Winkelwert. Die LVK zeigt dagegen die Lichtstärke in verschiedenen Richtungen und macht sichtbar, ob eine Leuchte breit, tief, asymmetrisch oder unterschiedlich in mehreren Ebenen abstrahlt.

    Besser: Den Abstrahlwinkel nur als grobe Orientierung nutzen und die LVK betrachten, wenn die tatsächliche Lichtverteilung einer Leuchte bewertet werden soll.

  • Fehler 2 cd/klm als echten Candela-Wert missverstehen

    Viele Lichtstärkeverteilungskurven zeigen Werte in cd/klm. Das ist eine normierte Angabe pro 1.000 Lumen und nicht automatisch der tatsächliche Candela-Wert der konkreten Leuchte.

    Besser: cd/klm als Vergleichswert verstehen. Für den realen Candela-Wert muss der Diagrammwert mit dem tatsächlichen Lichtstrom der Leuchte in Kilolumen eingeordnet werden.

  • Fehler 3 Nur eine Kurve betrachten

    Eine einzelne Kurve kann einen falschen Eindruck vermitteln, wenn die Leuchte in verschiedenen Richtungen unterschiedlich abstrahlt. Besonders bei linearen, ovalen oder asymmetrischen Lichtverteilungen ist der Vergleich mehrerer Ebenen wichtig.

    Besser: Die dargestellten Kurven gemeinsam lesen und prüfen, ob die Lichtverteilung in den verschiedenen Ebenen ähnlich oder deutlich unterschiedlich verläuft.

  • Fehler 4 C0/C180 und C90/C270 nicht unterscheiden

    C0/C180 und C90/C270 zeigen unterschiedliche Schnittebenen durch die Lichtverteilung. Wer diese Ebenen nicht unterscheidet, übersieht schnell, ob eine Leuchte längs und quer ähnlich oder stark richtungsabhängig abstrahlt.

    Besser: C0/C180 und C90/C270 als zwei Blickrichtungen durch die Leuchte verstehen. Ähnliche Kurven deuten eher auf symmetrische Verteilung hin, stark abweichende Kurven auf richtungsabhängige Lichtlenkung.

  • Fehler 5 LVK mit Lux auf der Fläche verwechseln

    Eine LVK zeigt die Lichtabgabe der Leuchte nach Richtung. Sie zeigt nicht direkt, wie viele Lux später auf einer bestimmten Nutzfläche ankommen. Dafür sind Abstand, Montagehöhe, Fläche, Umgebung und Leuchtenanordnung entscheidend.

    Besser: Die LVK als Grundlage für die Lichtplanung verstehen. Die tatsächliche Beleuchtungsstärke auf der Fläche muss anschließend berechnet oder geplant werden.

  • Fehler 6 IES- und LDT-Daten ignorieren

    Eine sichtbare Kurve im Datenblatt hilft bei der Einordnung, ersetzt aber keine vollständigen photometrischen Daten. Ohne IES- oder LDT-Dateien kann eine Leuchte in Planungssoftware nicht belastbar berechnet werden.

    Besser: Für reale Projekte nicht nur Produktbild, Watt, Lumen oder eine einfache Kurvengrafik betrachten, sondern die photometrischen Leuchtendaten für die konkrete Planung nutzen.

Praxisregel: Eine LVK zeigt, wie eine Leuchte Licht nach Richtung verteilt. Für eine fachgerechte Bewertung müssen daraus anschließend Nutzfläche, Montagehöhe, Leuchtenabstand, Gleichmäßigkeit (U0) und Blendung (UGR) abgeleitet werden. Die Kurve ist daher kein Ersatz für Lichtplanung, sondern eine wichtige Grundlage dafür.


Häufige Fragen zur Lichtstärkeverteilung (LVK)

Die Lichtstärkeverteilung beschreibt, in welche Richtungen eine Leuchte ihr Licht abgibt und wie stark das Licht in diesen Richtungen ist. Sie zeigt also nicht nur, dass eine Leuchte Licht erzeugt, sondern wie dieses Licht räumlich verteilt wird.

LVK ist die Abkürzung für Lichtstärkeverteilungskurve. Gemeint ist die grafische Darstellung der Lichtstärkeverteilung einer Leuchte. Die LVK zeigt, wie stark eine Leuchte in verschiedene Richtungen abstrahlt.

Eine Lichtstärkeverteilungskurve zeigt die Lichtabgabe einer Leuchte nach Richtung. An der Kurve lässt sich erkennen, ob eine Leuchte breit, eng, symmetrisch, asymmetrisch, direkt oder indirekt abstrahlt und in welchen Richtungen die Lichtstärke besonders hoch ist.

Eine LVK wird meist als Polardiagramm gelesen. Der Mittelpunkt steht vereinfacht für die Leuchte, die Winkel zeigen die Abstrahlrichtung und die Kurvenlinie zeigt die Lichtstärke in dieser Richtung. Je weiter die Kurve nach außen reicht, desto höher ist die Lichtstärke in der jeweiligen Richtung.

C0/C180 und C90/C270 sind zwei Schnittebenen durch die Lichtverteilung einer Leuchte. Sie zeigen die Lichtverteilung aus unterschiedlichen Richtungen. Bei linearen Leuchten entsprechen sie häufig vereinfacht der Längs- und Querrichtung der Leuchte.

cd/klm bedeutet Candela pro Kilolumen, also Lichtstärke pro 1.000 Lumen. Diese normierte Angabe macht Lichtstärkeverteilungskurven besser vergleichbar. Der reale Candela-Wert hängt anschließend vom tatsächlichen Lichtstrom der Leuchte ab.

Der Abstrahlwinkel beschreibt vereinfacht, wie breit oder eng eine Leuchte ihr Licht abgibt. Die LVK ist genauer, weil sie die Lichtstärke in verschiedenen Richtungen zeigt. Zwei Leuchten können denselben Abstrahlwinkel haben und trotzdem unterschiedlich verteilen.

Eine symmetrische Lichtstärkeverteilung liegt vor, wenn eine Leuchte ihr Licht in mehreren Richtungen ähnlich verteilt. Die Kurvenform ist dann in den betrachteten Ebenen vergleichbar. Solche Verteilungen werden häufig für gleichmäßigere, flächige Beleuchtungsaufgaben genutzt.

Eine asymmetrische Lichtstärkeverteilung liegt vor, wenn eine Leuchte ihr Licht bewusst stärker in eine Richtung lenkt. Das ist sinnvoll, wenn eine Fläche gezielt von einer Seite beleuchtet werden soll, zum Beispiel bei Wegen, Straßen, Wänden, Plätzen oder Außenflächen.

Ein Polardiagramm zeigt die Lichtstärke einer Leuchte nach Richtung und beschreibt damit die Lichtabgabe der Leuchte. Ein Isoluxdiagramm zeigt dagegen die Beleuchtungsstärke auf einer Fläche und macht sichtbar, welche Bereiche stärker oder schwächer ausgeleuchtet werden.

IES- und LDT-Dateien enthalten photometrische Leuchtendaten. Sie werden in Lichtplanungssoftware genutzt, um die Lichtverteilung einer Leuchte rechnerisch zu bewerten und die Beleuchtungsstärke, Gleichmäßigkeit und Ausleuchtung in einem konkreten Projekt zu berechnen.

Der Lumenwert beschreibt nur, wie viel Licht eine Leuchte insgesamt abgibt. Er zeigt nicht, wohin das Licht abgestrahlt wird. Ohne LVK lässt sich daher nicht zuverlässig beurteilen, ob eine Leuchte breit, eng, asymmetrisch oder passend zur Nutzfläche verteilt.


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Die Lichtstärkeverteilungskurve hilft dabei, die Lichtverteilung einer Leuchte fachlich einzuordnen. Für professionelle LED Beleuchtung zählen zusätzlich Montagehöhe, Nutzfläche, Beleuchtungsstärke, Gleichmäßigkeit, Blendungsbegrenzung, photometrische Daten und die konkrete Anwendung.

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