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Lichtstrom: Was die Lichtmenge einer Leuchte wirklich bedeutet

Der Lichtstrom ist die wichtigste Kennzahl, wenn es um die Lichtmenge einer Leuchte geht. Er beschreibt, wie viel sichtbares Licht eine Lichtquelle insgesamt abgibt, unabhängig davon, wohin dieses Licht fällt. Auf Datenblättern steht er in Lumen und entscheidet darüber, ob eine Leuchte für eine Halle, eine Werkstatt oder ein Spielfeld überhaupt in Frage kommt.

In diesem Ratgeber erklären wir, was der Lichtstrom aussagt, worin sich Lampen- und Leuchtenlichtstrom unterscheiden, wie er sich berechnen lässt und warum er allein noch nichts über die Helligkeit auf der Fläche verrät. Dazu zeigen wir typische Werte für LED Leuchten in Industrie, Gewerbe und Sport.

Definition

Was ist der Lichtstrom?

Der Lichtstrom ist die gesamte Lichtmenge, die eine Lichtquelle pro Sekunde in alle Richtungen abgibt, bewertet nach der Empfindlichkeit des menschlichen Auges.

Das Formelzeichen ist Φ (Phi), die Einheit ist Lumen (lm). Der Lichtstrom beschreibt die Leistung der Lichtquelle, nicht die Helligkeit auf einer Fläche. Dafür ist die Beleuchtungsstärke in Lux zuständig.


Was sagt der Lichtstrom über eine Leuchte aus?

Der Lichtstrom ist so etwas wie die Lichtleistung einer Leuchte. Er fasst alles Licht zusammen, das in alle Richtungen abgegeben wird, und bewertet es so, wie das Auge es wahrnimmt: Grünes Licht zählt stärker als tiefrotes oder blaues, weil das Auge dafür empfindlicher ist. Deshalb lässt sich der Lichtstrom nicht einfach aus der elektrischen Leistung ableiten.

  • Formelzeichen Φ in Lumen Der Lichtstrom wird mit Φ bezeichnet und in Lumen angegeben. Je höher der Wert, desto mehr Licht steht insgesamt zur Verfügung.
  • Bezug Gilt für die Lichtquelle Der Wert gehört zur Leuchte und ändert sich nicht mit Montagehöhe oder Raumgröße. Er ist die Ausgangsgröße jeder Lichtplanung.
  • Abgrenzung Nicht die Helligkeit am Boden Wie viel davon auf der Fläche ankommt, beschreibt die Beleuchtungsstärke in Lux. Sie hängt von Verteilung und Abstand ab.

Für Betreiber ist der Lichtstrom die erste Größe, um Leuchten zu vergleichen. Zwei Hallenstrahler mit 150 Watt können 18.000 oder 27.000 Lumen liefern, je nach Qualität der LED Chips, der Optik und des Treibers. Der Unterschied von 50 Prozent in der Lichtmenge wäre bei einem Vergleich nur nach Watt unsichtbar.


Worin unterscheiden sich Lampenlichtstrom und Leuchtenlichtstrom?

Auf Datenblättern tauchen oft zwei Werte auf, die leicht verwechselt werden. Der Lampenlichtstrom, bei LED meist Modul- oder Chiplichtstrom genannt, ist das Licht, das die LED Chips unter Laborbedingungen abgeben. Der Leuchtenlichtstrom ist das Licht, das die fertige Leuchte nach Optik, Abdeckung und Betriebstemperatur tatsächlich nach außen abgibt.

Die beiden Angaben unterscheiden sich in der Praxis deutlich:

Angabe Was gemessen wird Typischer Unterschied
Lampenlichtstrom (Chip, Modul) LED Chips bei 25 °C Sperrschichttemperatur, ohne Optik Ausgangswert, oft 10 bis 30 Prozent höher als der Leuchtenwert
Leuchtenlichtstrom Fertige Leuchte im Betrieb mit Optik, Abdeckung und Treiber Der Wert, der für Vergleich und Planung zählt
Nutzlichtstrom Anteil des Leuchtenlichtstroms, der auf der Nutzfläche ankommt Je nach Lichtverteilung und Raum nochmals deutlich niedriger

Vergleichbar sind nur Leuchtenlichtströme. Wer Chipwerte mit Leuchtenwerten vergleicht, überschätzt die Leuchte mit dem Chipwert.

Der Unterschied entsteht vor allem durch drei Faktoren: Die Optik oder Abdeckung absorbiert einen Teil des Lichts, die LED Chips werden im Betrieb wärmer als im Labor und geben dann weniger Licht ab, und der Treiber liefert nicht immer exakt den Bemessungsstrom. Hochwertige Leuchten mit gutem Thermomanagement halten diesen Verlust klein. In der Lichtplanung wird immer mit dem Leuchtenlichtstrom gerechnet, der in der LDT-Datei der Leuchte hinterlegt ist.


Wie wird der Lichtstrom gemessen und berechnet?

Gemessen wird der Lichtstrom in einer Ulbricht-Kugel oder mit einem Goniophotometer. Die Kugel ist innen weiß beschichtet und sammelt alles Licht der Leuchte, ein Sensor misst daraus den Gesamtwert. Das Goniophotometer misst stattdessen die Lichtstärke in sehr vielen Richtungen und rechnet daraus den Lichtstrom und die Lichtverteilung. Beide Verfahren liefern den Wert, der später im Datenblatt steht.

Für die Praxis lässt sich der benötigte Lichtstrom überschlägig berechnen. Die Grundformel lautet: Lichtstrom gleich Beleuchtungsstärke mal Fläche, geteilt durch die Verluste. Für eine 500 Quadratmeter große Werkstatt mit 300 Lux ergibt das 150.000 Lumen auf der Fläche. Teilt man diesen Wert durch einen Raumwirkungsgrad von etwa 0,7 und einen Wartungsfaktor von 0,8, braucht die Anlage rund 270.000 Lumen installierten Lichtstrom.

Überschlägig benötigter Lichtstrom bei Raumwirkungsgrad 0,7 und Wartungsfaktor 0,8:

Fläche Ziel Installierter Lichtstrom
Lager 1.000 m² 150 Lux rund 270.000 Lumen
Werkstatt 500 m² 300 Lux rund 270.000 Lumen
Produktionshalle 2.000 m² 500 Lux rund 1.800.000 Lumen
Sporthalle 1.200 m² 300 Lux rund 640.000 Lumen

Die Werte dienen als Größenordnung. Die genaue Zahl ergibt sich aus der Lichtberechnung mit den echten Leuchtendaten.

Wer eine schnelle Orientierung braucht, kann mit unserem Lumen Lux Rechner aus Fläche und gewünschter Beleuchtungsstärke den Lichtstrom überschlagen. Welche Rolle die Umrechnung zwischen Fläche und Lichtmenge spielt, erklären wir auf der Seite Unterschied Lux und Lumen.


Welche Lichtströme sind bei LED Leuchten üblich?

Die Spanne ist groß. Eine LED Röhre liefert rund 2.000 bis 3.000 Lumen, ein Büropanel 3.000 bis 5.000 Lumen, ein Hallenstrahler je nach Leistung 10.000 bis 40.000 Lumen und ein Flutlichtstrahler für Sportplätze 50.000 Lumen und mehr. Entscheidend ist nicht der höchste Wert, sondern der Wert, der zur Montagehöhe und zur geforderten Beleuchtungsstärke passt.

Übliche Größenordnungen nach Leuchtentyp:

Leuchtentyp Typischer Lichtstrom Einsatz
LED Röhre T8 150 cm 2.000 bis 3.000 lm Ersatz von Leuchtstoffröhren in Werkstatt und Lager
LED Panel Büro 3.000 bis 5.000 lm Büros, Besprechungsräume, Flure
LED Hallenstrahler 10.000 bis 40.000 lm Hallen ab 5 Metern Höhe, Industrie, Logistik, Sporthallen
LED Flutlichtstrahler 20.000 bis 150.000 lm Sportplätze, Betriebsgelände, große Außenflächen
LED Straßenleuchte 3.000 bis 15.000 lm Straßen, Wege, Parkplätze

Der genaue Lichtstrom steht im Datenblatt der jeweiligen Leuchte und gilt für die dort angegebene Lichtfarbe und Betriebstemperatur.

Ein Hinweis zur Lichtfarbe: Der Lichtstrom einer LED Leuchte ist bei neutralweißem oder tageslichtweißem Licht in der Regel etwas höher als bei warmweißem Licht derselben Leuchte, weil die Umwandlung im Phosphor dort weniger Verluste hat. Datenblätter geben den Lichtstrom deshalb je Lichtfarbe an.

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Warum sinkt der Lichtstrom im Laufe der Zeit?

LEDs fallen selten plötzlich aus, sie werden langsam dunkler. Dieser Lichtstromrückgang entsteht durch Alterung der Chips und des Phosphors und wird durch hohe Betriebstemperaturen beschleunigt. Hersteller geben deshalb an, nach wie vielen Betriebsstunden noch ein bestimmter Anteil des Anfangslichtstroms vorhanden ist. Die Angabe L80 bei 50.000 Stunden bedeutet, dass nach dieser Zeit noch mindestens 80 Prozent des ursprünglichen Lichtstroms zur Verfügung stehen.

  • Temperatur Wärme kostet Licht Je wärmer die LED, desto geringer der Lichtstrom und desto schneller die Alterung. Gute Kühlung erhält beide.
  • Verschmutzung Staub und Fett auf der Optik In Hallen, Ställen und Außenanlagen kann Verschmutzung den nutzbaren Lichtstrom spürbar senken. Reinigung bringt ihn zurück.
  • Planung Reserve einrechnen Der Wartungsfaktor berücksichtigt diesen Rückgang, damit die Anlage auch nach Jahren die geforderten Werte erreicht.

Die Angaben zur LED Lebensdauer beziehen sich deshalb fast immer auf den Lichtstrom und nicht auf den Totalausfall. Für Betreiber heißt das: Eine Anlage, die zu knapp geplant wurde, unterschreitet die geforderten Lux-Werte lange bevor eine Leuchte ausfällt.


Wie hängt der Lichtstrom mit Watt, Lumen pro Watt und Lux zusammen?

Der Lichtstrom ist das Bindeglied zwischen Stromverbrauch und Helligkeit. Die Wattzahl sagt, wie viel elektrische Leistung eine Leuchte aufnimmt. Das Verhältnis aus Lichtstrom und Leistung, die Lichtausbeute in Lumen pro Watt, zeigt, wie effizient die Leuchte arbeitet. Hochwertige LED Leuchten erreichen heute in der Regel 140 bis 190 Lumen pro Watt.

Die Beleuchtungsstärke in Lux ergibt sich schließlich daraus, wie der Lichtstrom auf die Fläche verteilt wird. Die Lichtstärke in Candela beschreibt dabei, wie viel Lichtstrom in eine bestimmte Richtung geht. Alle vier Größen gehören zusammen: Watt rein, Lumen raus, Candela als Richtung und Lux als Ergebnis auf der Fläche.


Welche Fehler passieren beim Umgang mit dem Lichtstrom?

Die häufigsten Fehler sind in der Praxis dieselben: Chipwerte werden mit Leuchtenwerten verglichen, der Lichtstrom wird mit Watt gleichgesetzt oder die Lichtmenge wird ohne Blick auf die Lichtverteilung geplant. Ein Flutlichtstrahler mit 100.000 Lumen und breiter Streuung kann auf einem Spielfeld weniger Lux liefern als zwei Strahler mit je 40.000 Lumen und passender Optik.

Sinnvoll ist deshalb immer der Weg über die Lichtplanung: erst die geforderte Beleuchtungsstärke festlegen, dann Lichtverteilung und Montagehöhe wählen und erst daraus den benötigten Lichtstrom je Leuchte ableiten. So wird weder zu viel noch zu wenig Licht installiert.


Häufige Fragen zum Lichtstrom

Der Lichtstrom ist die gesamte Lichtmenge, die eine Leuchte pro Sekunde in alle Richtungen abgibt, bewertet nach der Empfindlichkeit des Auges. Er wird in Lumen angegeben und steht im Datenblatt jeder Leuchte.

Die Einheit des Lichtstroms ist Lumen, abgekürzt lm. Das Formelzeichen ist der griechische Buchstabe Φ (Phi).

Der Lichtstrom beschreibt die Lichtmenge der Leuchte in Lumen. Die Beleuchtungsstärke beschreibt, wie viel davon auf einem Quadratmeter Fläche ankommt, in Lux. Derselbe Lichtstrom ergibt auf einer kleinen Fläche mehr Lux als auf einer großen.

Überschlägig gilt: Lichtstrom gleich gewünschte Beleuchtungsstärke in Lux mal Fläche in Quadratmetern, geteilt durch Raumwirkungsgrad und Wartungsfaktor. Für 300 Lux auf 500 Quadratmetern ergibt das mit üblichen Faktoren rund 270.000 Lumen.

Der Lampen- oder Chiplichtstrom ist der Laborwert der LEDs ohne Optik. Der Leuchtenlichtstrom ist der Wert der fertigen Leuchte im Betrieb. Er liegt meist 10 bis 30 Prozent niedriger und ist der Wert, mit dem geplant und verglichen wird.

Das hängt von Fläche, Höhe und geforderter Beleuchtungsstärke ab. Eine 1.000 Quadratmeter große Halle mit 300 Lux braucht mit üblichen Verlusten rund 500.000 bis 550.000 Lumen installierten Lichtstrom, also etwa 25 bis 30 Hallenstrahler mit 20.000 Lumen.

Durch Alterung von Chips und Phosphor, beschleunigt durch Wärme. Hersteller geben den Rückgang als L-Wert an, zum Beispiel L80 nach 50.000 Stunden: Dann sind noch mindestens 80 Prozent des Anfangslichtstroms vorhanden.

Nein. Zu viel Lichtstrom führt zu Blendung, unnötigem Stromverbrauch und oft zu Lichtimmissionen in der Umgebung. Ziel ist die geforderte Beleuchtungsstärke mit guter Gleichmäßigkeit, nicht der höchste Lumenwert.

Im Labor mit einer Ulbricht-Kugel, die alles Licht der Leuchte sammelt, oder mit einem Goniophotometer, das die Lichtstärke in vielen Richtungen misst und daraus Lichtstrom und Lichtverteilung berechnet.


Weiterführende Inhalte zum Lichtstrom

Lichtstrom in der Praxis

Welche Lichtströme in Hallen mit hohen Decken sinnvoll sind, zeigt unsere Seite zur LED Industriebeleuchtung.

Umgesetzte Anlagen in Industrie, Gewerbe und Sport finden Sie in unseren LED Projektberichten und Referenzen. Grundlagen zu Technik, Normen und Lichtplanung erklärt unser LED Ratgeber, alle Leuchten finden Sie im Online-Shop für professionelle LED Beleuchtung.