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Thermomanagement bei LED Leuchten: Wärmeableitung, Kühlkörper und Auslegung

Thermomanagement bezeichnet alle konstruktiven Maßnahmen, mit denen die Verlustwärme vom LED Chip an die Umgebungsluft abgeführt wird. Dazu gehören die Leiterplatte, die Wärmeanbindung an das Gehäuse, der Kühlkörper und die Anordnung der Bauteile im Gerät.

Es ist die Ebene, die über Lichtausbeute, Alterung und Ausfallrisiko entscheidet und die sich an einer fertigen Leuchte nicht mehr verbessern lässt. Die folgenden Abschnitte verfolgen den Weg der Wärme vom Chip nach außen, erklären die Auslegung des Kühlkörpers, die Temperaturangaben im Datenblatt und die Merkmale, an denen sich gutes Thermomanagement vor dem Kauf erkennen lässt. Wie viel Wärme dabei überhaupt anfällt, beschreibt die LED Wärmeentwicklung.

  • Aufgabe Wärme nach außen führen Die Verlustwärme entsteht am Halbleiter und muss über feste Bauteile bis an die Umgebungsluft gelangen.
  • Kette Jedes Glied zählt Chip, Leiterplatte, Anbindung, Gehäuse und Kühlfläche bilden eine Kette, deren schwächstes Glied bestimmt.
  • Wirkung Licht und Lebensdauer Eine höhere Sperrschichttemperatur senkt den Lichtstrom sofort und beschleunigt die Alterung dauerhaft.

Was bedeutet Thermomanagement bei LED Leuchten?

Eine LED setzt nur einen Teil der aufgenommenen elektrischen Leistung in Licht um. Der übrige Teil entsteht als Wärme direkt am Halbleiterübergang. Anders als bei einer Glühlampe wird diese Wärme nicht mit dem Licht abgestrahlt, sondern muss über feste Bauteile nach außen geleitet werden.

Genau das ist die Aufgabe des Thermomanagements. Es beginnt beim Chip, führt über die Leiterplatte und die thermische Anbindung in das Gehäuse und endet an der Oberfläche des Kühlkörpers, wo die Wärme an die Luft abgegeben wird. Alle Glieder dieser Kette entstehen in der Konstruktion.

Thermomanagement ist der Teil der Leuchtenkonstruktion, der sich nachträglich am wenigsten korrigieren lässt. Es entscheidet damit über mehr als jedes andere Einzelmerkmal der LED Qualität, denn Chip, Platine, Gehäuse und Kühlkörper wirken erst im Aufbau einer LED Leuchte als eine gemeinsame Wärmekette.

Die Bauteile, die zusammen die Wärme aus einer LED Leuchte abführen.

Bestandteil Aufgabe Was dort schieflaufen kann
LED Chip Ort der Entstehung der Verlustwärme Zu hoher Betriebsstrom erzeugt mehr Wärme als abgeführt werden kann
Leiterplatte Erste Weiterleitung der Wärme aus dem Bauteil Standardmaterial ohne Metallkern leitet die Wärme nur schlecht weiter
Thermische Anbindung Übergang von der Platine in das Gehäuse Luftspalte und fehlende Wärmeleitmittel wirken wie eine Sperre
Gehäuse und Kühlkörper Verteilung und Abgabe der Wärme an die Luft Zu kleine Fläche, ungünstige Rippenlage, dünnes Material
Elektronikkammer Schutz des Treibers vor der Wärme der Module Treiber sitzt direkt im wärmsten Bereich der Leuchte

Die Kette ist nur so gut wie ihr schwächstes Glied. Ein großer Kühlkörper nützt wenig, wenn die Anbindung schlecht ist.


Welchen Weg nimmt die Wärme vom Chip nach außen?

Der Weg der Wärme lässt sich als Kette von Widerständen beschreiben. Jeder Übergang zwischen zwei Materialien und jedes Material selbst setzt dem Wärmefluss einen Widerstand entgegen. Je größer die Summe dieser Widerstände, desto höher wird die Temperatur am Chip.

Der erste Abschnitt liegt im Bauteil selbst und wird vom Chiphersteller als thermischer Widerstand zwischen Halbleiterübergang und Lötfläche angegeben. Der zweite liegt in der Leiterplatte, der dritte in der Verbindung zwischen Platine und Gehäuse und der vierte im Kühlkörper und seiner Abgabe an die Luft.

Ein einzelner Luftspalt zwischen Platine und Gehäuse kann mehr Wärmewiderstand erzeugen als der gesamte Kühlkörper einspart. Am Anfang dieser Kette steht die Sperrschicht der LED Chips, deren zulässige Temperatur im Datenblatt des Bauteils steht und die jede weitere Übergangsstelle nach außen belastet.

Die Abschnitte, die die Wärme auf ihrem Weg nach außen durchläuft.

Abschnitt Was dort geschieht Wodurch er verbessert wird
Halbleiter bis Lötfläche Wärme verlässt den Chip über seinen Anschluss Auswahl eines Bauteils mit geringem thermischem Widerstand
Leiterplatte Wärme wird in die Fläche verteilt und weitergeleitet Metallkernplatine oder durchkontaktierte Wärmepfade
Anbindung Platine zu Gehäuse Übergang zwischen zwei Bauteilen Plane Flächen, Wärmeleitmaterial, ausreichender Anpressdruck
Gehäuse und Kühlkörper Wärme wird verteilt und an die Oberfläche geführt Ausreichend Masse, Aluminium statt Blech, große Oberfläche
Oberfläche zur Luft Abgabe durch Konvektion und Strahlung Freie Luftzirkulation, günstige Rippenlage, saubere Oberfläche

Die Summe dieser Abschnitte bestimmt, wie weit die Sperrschichttemperatur über der Umgebungstemperatur liegt.


Welche Rolle spielt die Leiterplatte im Thermomanagement?

Die Leiterplatte wird bei Beleuchtung oft unterschätzt. Sie trägt nicht nur die Chips, sie ist auch der erste Abschnitt, in dem sich die Wärme verteilen muss, bevor sie in das Gehäuse gelangt.

Standardmaterial aus Epoxidharz mit Glasfaser leitet Wärme schlecht. Für LED Module mit höherer Leistung werden deshalb Metallkernplatinen eingesetzt, bei denen ein Aluminiumkern die Wärme in die Fläche verteilt und an das Gehäuse abgibt. Eine Zwischenlösung sind Platinen mit durchkontaktierten Wärmepfaden unter den Bauteilen.

Das Platinenmaterial entscheidet darüber, ob die Wärme überhaupt bis zum Kühlkörper gelangt. Eine Aluminiumkernplatine leitet die Wärme um ein Vielfaches besser ab als eine gewöhnliche Leiterplatte, und genau solche Entscheidungen meinen wir, wenn wir von Premium-Markenkomponenten sprechen.

  • Standard Epoxidharz mit Glasfaser Günstig und verbreitet, leitet Wärme aber nur schlecht und eignet sich nur für geringe Leistungen.
  • Wärmepfade Durchkontaktierungen unter dem Bauteil Verbessert die Ableitung deutlich, bleibt aber hinter einer durchgehenden Metalllage zurück.
  • Metallkern Aluminiumkern unter der Isolierschicht Verteilt die Wärme in die Fläche und gibt sie großflächig an das Gehäuse ab.

Leuchten mit thermischer Reserve statt Betrieb am Limit

Wir legen unsere Leuchten so aus, dass die Bauteile im Betrieb kühler bleiben, als es technisch zulässig wäre. Im Rahmen der kostenfreien Lichtplanung berücksichtigen wir die tatsächliche Umgebungstemperatur Ihrer Halle und nennen die zugehörigen Werte.

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Was leistet der Kühlkörper und wie wird er ausgelegt?

Der Kühlkörper ist der sichtbarste Teil des Thermomanagements. Seine Aufgabe besteht darin, die Wärme aus dem Gehäuse in die Fläche zu verteilen und an die Umgebungsluft abzugeben. Dafür zählen drei Größen: Masse, Oberfläche und die Möglichkeit, dass Luft frei an dieser Oberfläche entlangströmen kann.

In der professionellen Beleuchtung ist passive Kühlung über Konvektion der Regelfall. Lüfter bringen zusätzliche bewegliche Teile, Geräusche und eine eigene Ausfallquelle mit und werden deshalb nur in Sonderfällen eingesetzt. Wichtig ist die Ausrichtung: Senkrecht stehende Rippen ermöglichen eine aufsteigende Luftströmung, waagerecht liegende Rippen behindern sie.

Ein großer Kühlkörper in ungünstiger Einbaulage kühlt schlechter als ein kleinerer mit freier Luftströmung. Das wirkt unmittelbar auf die Lumen pro Watt der Leuchte, weil ein wärmerer Chip bei gleicher Leistung weniger Licht abgibt.

Worauf es bei Kühlkörpern in LED Leuchten ankommt.

Kriterium Warum es wichtig ist Woran Sie es erkennen
Masse Speichert Wärme und verteilt sie in die Fläche Gewicht der Leuchte im Verhältnis zu ihrer Leistung
Oberfläche Bestimmt die Abgabe an die Luft Anzahl, Höhe und Abstand der Kühlrippen
Material Bestimmt, wie schnell sich Wärme verteilt Aluminiumguss oder Strangpressprofil statt dünnem Blech
Rippenlage Ermöglicht oder behindert die Luftströmung Rippen in Einbaulage senkrecht, nicht waagerecht liegend
Freiraum Luft muss zirkulieren können Montageabstand zur Decke, keine Einbettung in Dämmung
Oberflächenbehandlung Beeinflusst Abgabe und Korrosionsverhalten Gleichmäßige Beschichtung ohne blanke Stellen

Der Freiraum um die Leuchte gehört zur Auslegung. Er entscheidet mit darüber, ob der Kühlkörper überhaupt wirken kann.


Aus welchen Materialien bestehen Kühlkörper?

Für Kühlkörper in LED Leuchten hat sich Aluminium durchgesetzt, weil es gut leitet, sich formen lässt und im Verhältnis zur Leistung leicht bleibt. Wie gut ein Material Wärme leitet, wird in Watt je Meter und Kelvin angegeben. Je höher dieser Wert, desto geringer der Temperaturunterschied, der nötig ist, um dieselbe Wärmemenge weiterzugeben.

Entscheidend ist nicht die Wärmeleitfähigkeit des Materials allein, sondern wie viel Masse und Oberfläche daraus entstehen. Ein Druckgussgehäuse aus einer Legierung mit geringerer Leitfähigkeit kann eine Leuchte besser kühlen als ein dünnes Strangpressprofil aus gut leitendem Aluminium, weil es mehr Material und eine größere Oberfläche mitbringt.

In der Praxis kommen beide Verfahren nebeneinander vor. Strangpressprofile finden sich häufig bei länglichen Bauformen mit gleichbleibendem Querschnitt, Druckguss dort, wo Gehäuse, Kühlrippen und Dichtflächen in einem Stück entstehen sollen, etwa bei Strahlern für den Außeneinsatz. Reines Kupfer bleibt wegen Gewicht und Preis die Ausnahme.

Übliche Kühlkörpermaterialien und ihre Wärmeleitfähigkeit in Watt je Meter und Kelvin.

Material Wärmeleitfähigkeit Einordnung für LED Leuchten
Aluminium-Strangpressprofil rund 190 bis 210 Sehr gute Leitfähigkeit, gleichmäßige Rippen. Das Profil hat über die Länge denselben Querschnitt, die Form ist dadurch begrenzt.
Aluminium-Druckguss rund 90 bis 120 Freie Formgebung und dichte Gehäuse in einem Stück. Die Legierung leitet schlechter als reines Aluminium, was über die Masse ausgeglichen wird.
Kupfer rund 380 bis 400 Leitet am besten, ist aber schwer und teuer. In Leuchten meist nur als Einleger oder in der Platine.
Stahlblech rund 50 Günstig und stabil, leitet aber deutlich schlechter. Für Leuchten mit geringer Verlustleistung ausreichend.
Wärmeleitfähiger Kunststoff rund 1 bis 20 Leicht und frei formbar, ersetzt einen Metallkühlkörper in der Regel nicht, sondern ergänzt ihn.

Die Werte sind Anhaltspunkte und schwanken je nach Legierung und Verarbeitung. Für die Leuchte zählt nicht der Spitzenwert des Materials, sondern der Wärmewiderstand der gesamten Kette.


Was bedeuten Tj, tc und ta im Datenblatt?

Im Datenblatt einer LED Leuchte begegnen einem drei Temperaturangaben, die häufig verwechselt werden. Sie beschreiben unterschiedliche Orte und haben unterschiedliche Funktionen.

Die Sperrschichttemperatur Tj ist die Temperatur am Halbleiterübergang. Sie ist der eigentlich maßgebliche Wert, lässt sich im Betrieb aber nicht direkt messen. Der tc-Wert bezeichnet die zulässige Temperatur an einem markierten Messpunkt des Gehäuses und ist die praktische Kontrollgröße. Der ta-Wert nennt die zulässige Umgebungstemperatur, für die alle anderen Angaben der Leuchte gelten.

Ohne Angabe der zulässigen Umgebungstemperatur sind Lichtstrom und Lebensdauer einer Leuchte nicht bewertbar. Für LED Treiber gilt derselbe Zusammenhang, dort steht die Angabe meist als tc Punkt auf dem Gehäuse und begrenzt die zulässige Betriebstemperatur des Geräts.

Die drei Temperaturangaben und wofür sie stehen.

Angabe Ort Bedeutung für die Praxis
Tj, Sperrschichttemperatur Am Halbleiterübergang im LED Chip Maßgeblich für Lichtausbeute und Alterung, im Betrieb nicht direkt messbar
tc, Messpunkt am Gehäuse Markierte Stelle am Leuchtengehäuse oder am Betriebsgerät Praktische Kontrollgröße, lässt sich im eingebauten Zustand messen
ta, Umgebungstemperatur Luft in der Umgebung der Leuchte Bezugsbedingung für alle übrigen Angaben des Datenblatts
Betriebstemperaturbereich Zulässiger Bereich für den Einsatz Untere Grenze ist bei Außenanlagen ebenso relevant wie die obere

Seriöse Datenblätter nennen mindestens ta und tc. Fehlen beide, lässt sich die Leuchte nicht auf ihren Einsatz prüfen.


Wie wirkt die Temperatur auf Lichtstrom und Lebensdauer?

Temperatur wirkt bei LED auf zwei Arten. Der erste Effekt tritt sofort ein: Mit steigender Sperrschichttemperatur sinkt der Lichtstrom. Die Leuchte liefert im warmen Zustand weniger Licht als im Moment des Einschaltens, und dieser Unterschied ist dauerhaft.

Der zweite Effekt wirkt über Jahre. Eine höhere Temperatur beschleunigt die Alterung der Leuchtstoffschicht und der Vergussmaterialien und damit die Abnahme des Lichtstroms. Im Treiber betrifft sie vor allem die Elektrolytkondensatoren, für die als Faustregel gilt, dass sich ihre Lebensdauer bei etwa zehn Kelvin höherer Temperatur ungefähr halbiert.

Thermische Reserve ist die wirksamste Einzelmaßnahme für eine lange Nutzungsdauer. Sie verlangsamt den Rückgang des Lichtstroms und damit die LED Lebensdauer, ausgedrückt wird beides über L70, L80 und B10. Gleichzeitig senkt sie die Zahl der Frühausfälle und verbessert so die Ausfallsicherheit von LED Leuchten.

  • Sofort Weniger Lichtstrom Im warmen Betriebszustand liegt der Lichtstrom unter dem Wert bei Raumtemperatur, dauerhaft und messbar.
  • Langfristig Schnellere Alterung Leuchtstoff, Verguss und Optik altern schneller, der Lichtstrom nimmt über die Jahre stärker ab.
  • Im Treiber Kürzere Bauteillebensdauer Elektrolytkondensatoren reagieren besonders empfindlich auf dauerhaft erhöhte Temperaturen.

Woran erkennen Sie gutes Thermomanagement an einer Leuchte?

Thermomanagement lässt sich nicht messen, ohne die Leuchte zu betreiben. Trotzdem gibt es vor dem Kauf mehrere brauchbare Anhaltspunkte, und der einfachste ist das Gewicht im Verhältnis zur Leistung.

Eine Leuchte mit hoher Leistungsaufnahme und sehr geringem Gewicht kann die Wärme kaum abführen. Ebenso aussagekräftig sind die Bauform des Kühlkörpers, die Trennung von LED Modul und Elektronik in getrennte Kammern und die Vollständigkeit der Temperaturangaben.

Ein Datenblatt, das keine zulässige Umgebungstemperatur nennt, verschweigt die wichtigste Bezugsbedingung. Fehlende Bezugsbedingungen sind eines der zuverlässigsten Unterscheidungsmerkmale zwischen professionellen und günstigen LED Leuchten, weil sie sich anders als das Gehäuse nicht nachbilden lassen.

Wir legen unsere Leuchten mit thermischer Reserve aus und geben dem Kühlkörper bewusst mehr Masse, als rechnerisch nötig wäre. Das macht die Leuchten schwerer und im Einkauf aufwendiger, senkt aber die Bauteiltemperatur und damit die Ausfallrate über die gesamte Nutzungsdauer. Die zulässige Umgebungstemperatur nennen wir in jedem Datenblatt.

  • Gewicht Masse je Watt Viel Lichtstrom bei sehr geringem Gewicht bedeutet fast immer eine hohe Bauteiltemperatur.
  • Aufbau Getrennte Kammern Eine eigene Kammer für den Treiber hält die Elektronik aus dem heißesten Bereich heraus.
  • Angaben Vollständige Temperaturwerte Genannte Werte für Umgebungstemperatur und Messpunkt zeigen, dass die Auslegung nachgerechnet wurde.

Welche Fehler treten in der Praxis am häufigsten auf?

Die meisten Thermikprobleme entstehen nicht durch fehlerhafte Bauteile, sondern durch Entscheidungen in Konstruktion und Montage. Sie lassen sich klar benennen und in aller Regel vermeiden.

Am häufigsten sind ein zu hoher Betriebsstrom je Chip, eine schlechte Anbindung zwischen Platine und Gehäuse, ein Treiber im wärmsten Bereich der Leuchte und eine Montage ohne ausreichenden Abstand zur Decke. Hinzu kommt im Betrieb die Verschmutzung der Kühlflächen.

Eine Staubschicht auf dem Kühlkörper wirkt wie eine Isolierung und kann die Wärmeabgabe deutlich verschlechtern. In staubigen Umgebungen gehört die Reinigung des Kühlkörpers deshalb fest in die LED Wartung. In Ställen kommt Ammoniak hinzu, das die Oberfläche angreift und den Einsatz ammoniakbeständiger Leuchten nötig macht.

Typische Ursachen für zu hohe Temperaturen in LED Leuchten und ihre Folgen.

Fehler Wo er entsteht Folge im Betrieb
Betrieb am Stromlimit Konstruktion der Leuchte Hohe Sperrschichttemperatur, geringere Lichtausbeute, schnelle Alterung
Luftspalt zur Wärmesenke Fertigung und Montage der Module Wärme staut sich in der Platine, obwohl der Kühlkörper ausreicht
Treiber im heißen Bereich Konstruktion der Leuchte Verkürzte Lebensdauer der Elektronik, Frühausfälle
Zu geringer Montageabstand Planung und Montage vor Ort Wärmestau an der Decke, Leuchte kühlt nicht wie vorgesehen
Einbau in Dämmung Planung vor Ort Nur mit ausdrücklicher Freigabe zulässig, sonst deutliche Überhitzung
Verschmutzte Kühlflächen Betrieb ohne Reinigungsintervall Schrittweise schlechtere Wärmeabgabe über die Jahre

Vier der sechs Punkte entstehen in der Konstruktion und lassen sich vom Betreiber nur über die Produktauswahl beeinflussen.


Was ist bei hohen Umgebungstemperaturen zu beachten?

Unter Hallendächern, in Produktionsbereichen mit Prozesswärme und in Außenanlagen im Sommer liegen die Umgebungstemperaturen deutlich über den Bedingungen, unter denen Datenblattwerte üblicherweise gemessen werden. Diese Differenz gehört in die Planung.

Praktisch bedeutet das zweierlei. Erstens muss die zulässige Umgebungstemperatur der Leuchte über der tatsächlich erwarteten liegen, mit Reserve. Zweitens sollte der Lichtstrom, mit dem gerechnet wird, für diese Temperatur gelten und nicht für Laborbedingungen.

Wer mit Laborwerten plant und im Sommer unter dem Hallendach misst, findet regelmäßig weniger Licht vor als berechnet. Wie hoch die Umgebungstemperatur ausfällt, hängt vom Bereich ab: In der LED Industriebeleuchtung und der LED Produktionsbeleuchtung kommt Prozesswärme hinzu, in der LED Lagerbeleuchtung staut sich die Wärme unter dem Dach, in der LED Stallbeleuchtung treten hohe Temperatur und hohe Luftfeuchte gemeinsam auf. Bauformen mit entsprechender Reserve finden Sie bei den LED Hallenstrahlern und den LED Flutlichtstrahlern.

  • Reserve Zulässige Temperatur mit Abstand Die zulässige Umgebungstemperatur der Leuchte sollte spürbar über der erwarteten liegen.
  • Rechenwert Lichtstrom bei Betriebstemperatur Für die Lichtberechnung zählt der Wert bei realer Temperatur, nicht der Bestwert im Labor.
  • Montage Abstand und Luftführung Genug Abstand zur Decke und freie Luftzirkulation um den Kühlkörper einplanen.

Häufige Fragen zum Thermomanagement bei LED Leuchten

Thermomanagement bezeichnet alle konstruktiven Maßnahmen, mit denen die Verlustwärme vom LED Chip an die Umgebungsluft abgeführt wird. Dazu gehören die Leiterplatte, die Wärmeanbindung an das Gehäuse, der Kühlkörper und die Anordnung der Bauteile im Gerät.

Weil nur ein Teil der aufgenommenen elektrischen Leistung in Licht umgesetzt wird. Der Rest entsteht als Wärme direkt am Halbleiter. Sie strahlt nicht mit dem Licht ab, sondern muss über feste Bauteile nach außen geleitet werden.

Die Sperrschichttemperatur ist die Temperatur am Halbleiterübergang des LED Chips. Sie ist der maßgebliche Wert für Lichtausbeute und Alterung und lässt sich im Betrieb nicht direkt messen, sondern nur über den Messpunkt am Gehäuse und die bekannten Wärmewiderstände abschätzen.

In der Regel aus Aluminium, entweder als Strangpressprofil mit rund 190 bis 210 Watt je Meter und Kelvin oder als Druckguss mit rund 90 bis 120. Kupfer leitet mit rund 380 bis 400 besser, ist aber schwer und teuer. Entscheidend ist nicht der Materialwert allein, sondern wie viel Masse und Oberfläche daraus entstehen.

Der tc-Wert bezeichnet die zulässige Temperatur an einem markierten Messpunkt des Gehäuses oder des Betriebsgeräts. Er ist die praktische Kontrollgröße, weil er sich messen lässt, und er verbindet die Angaben des Herstellers mit der tatsächlichen Einbausituation.

ta ist die zulässige Umgebungstemperatur, für die alle anderen Angaben der Leuchte gelten. Liegt die tatsächliche Umgebungstemperatur darüber, sind Lichtstrom und Lebensdauer nicht mehr wie angegeben gewährleistet.

LED strahlen kaum Wärme nach vorn ab, deshalb bleibt der Lichtkegel kühl. Die entstehende Verlustwärme sammelt sich stattdessen im Gerät und wird über Gehäuse und Kühlkörper an die Luft abgegeben. Ein warmes Gehäuse ist deshalb ein Zeichen für funktionierende und nicht für fehlerhafte Kühlung.

In der professionellen Beleuchtung fast nie. Üblich ist passive Kühlung über Konvektion, weil Lüfter zusätzliche bewegliche Teile, Geräusche und eine eigene Ausfallquelle mitbringen. Aktive Kühlung bleibt Sonderfällen vorbehalten.

An der Masse und Fläche des Kühlkörpers im Verhältnis zur Leistung, an einer getrennten Kammer für die Elektronik, an einer Angabe zur zulässigen Umgebungstemperatur und an genannten Werten für den Messpunkt am Gehäuse.

Eine Staubschicht wirkt wie eine Isolierung und verschlechtert die Wärmeabgabe an die Luft. In staubigen Umgebungen gehört die Reinigung der Kühlflächen deshalb in das Wartungskonzept der Anlage.

Nur wenn die Leuchte ausdrücklich dafür freigegeben ist. Ohne Freigabe staut sich die Wärme, die Sperrschichttemperatur steigt und die Leuchte altert deutlich schneller als vorgesehen.

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht, weil die Werte je Bauteil unterschiedlich sind. Als Faustregel gilt für Elektrolytkondensatoren im Treiber, dass sich die Lebensdauer bei etwa zehn Kelvin höherer Temperatur ungefähr halbiert. Bei LED Chips beschleunigt sich die Abnahme des Lichtstroms.


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