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Streulicht bei Außenbeleuchtung: Ursachen, Arten und Vermeidung

Streulicht ist der Teil des Lichts einer Außenbeleuchtung, der nicht auf die vorgesehene Nutzfläche trifft. Es hellt stattdessen Randbereiche, Fassaden, Grünflächen oder den Himmel über der Anlage auf und erfüllt dort keine Beleuchtungsaufgabe. Auf Betriebsgeländen, Parkplätzen und Sportanlagen bedeutet dieser Lichtanteil verschenkte Energie und kann die Umgebung stören.

Die Ursache ist selten nur eine zu hohe Lichtleistung. Meist passen Lichtverteilung, Montageposition oder Neigung nicht zur Fläche. In diesem Ratgeber erklären wir, wie Streulicht entsteht, welche Arten es gibt, welche Rolle nach oben abgestrahltes Licht spielt und wie Sie es bei LED Außenbeleuchtung wirksam begrenzen.

  • Ursache Licht landet neben der Fläche Es entsteht vor allem durch unpassende Optik, Neigung oder Montageposition.
  • Folgen Verschenkte Energie Licht außerhalb der Nutzfläche kostet Strom, ohne die Ausleuchtung zu verbessern.
  • Lösung Gezielte Lichtlenkung Passende Optik, flache Ausrichtung und Abschirmung bringen das Licht dorthin, wo es gebraucht wird.

Was ist Streulicht?

In der Optik bezeichnet Streulicht allgemein Licht, das an Teilchen oder Oberflächen aus seiner ursprünglichen Richtung abgelenkt wird. In der Beleuchtungstechnik ist damit jedes Licht gemeint, das außerhalb der zu beleuchtenden Fläche ankommt. Es ist deshalb keine feste Eigenschaft einer Leuchte, sondern ergibt sich aus ihrem Einsatz.

  • Benötigter Lichtanteil Nutzlicht Nutzlicht trifft auf die vorgesehene Arbeits-, Verkehrs-, Park- oder Sportfläche und sorgt dort für die erforderliche Beleuchtungsstärke.
  • Außerhalb der Zielfläche Direktes Streulicht Dieser Anteil gelangt durch ungeeignete Lichtverteilung oder Ausrichtung direkt neben, hinter oder über die zu beleuchtende Fläche.
  • Indirekte Ausbreitung Reflektiertes Licht Auch Licht auf der Nutzfläche wird teilweise reflektiert. Wie hell eine Fläche dadurch wirkt, beschreibt die Leuchtdichte. Dieser Anteil lässt sich nur über eine angemessene Lichtmenge begrenzen.

Wirkt Streulicht an einem bestimmten Ort, etwa an angrenzenden Gebäuden, wird es als Lichtimmission beurteilt. Der Anteil, der dort tatsächlich stört, wird in der Fachsprache auch Störlicht genannt.


Wie entsteht Streulicht bei Außenbeleuchtung?

Meist kommen dabei mehrere Ursachen zusammen. Entscheidend ist, ob Optik, Position und Neigung zur Geometrie der Fläche passen. Eine Außenbeleuchtung sollte deshalb immer als Zusammenspiel aus Leuchte, Standort und Ausrichtung geplant werden.

Die häufigsten Ursachen und was dagegen hilft:

Ursache Was passiert Was hilft
Unpassende Optik Ein zu breiter Abstrahlwinkel verteilt Licht über die Ränder der Fläche hinaus Optik passend zu Länge, Breite und Form der Fläche wählen
Starke Neigung Stark geneigte Strahler werfen ihr Licht weit über die Zielfläche und teils über die Horizontale Eine asymmetrische Lichtverteilung erreicht die Fläche mit flacherer Neigung
Ungünstige Montage Zu niedrige oder ungünstig positionierte Leuchten müssen stärker geneigt werden Höhe und Position der Lichtmasten gemeinsam mit der Optik festlegen
Zu viel Licht Mehr Lichtstrom verstärkt auch den Anteil außerhalb der Nutzfläche Lichtmenge an der tatsächlich benötigten Beleuchtungsstärke ausrichten

Welche Richtung das Licht einer Leuchte nimmt, zeigt ihre Lichtstärkeverteilung. Sie ist die wichtigste Grundlage, um die Lichtlenkung schon bei der Auswahl einzuschätzen.


Welche Rolle spielt nach oben abgestrahltes Licht?

Besonders unerwünscht ist Licht, das oberhalb der Horizontalen abgestrahlt wird. Es beleuchtet keine Fläche, sondern trägt zur Aufhellung des Nachthimmels und damit zur Lichtverschmutzung bei. Als Kennwert dafür dient die Upward Light Ratio, kurz ULR.

  • Kennwert Upward Light Ratio Die ULR gibt an, welcher Anteil des Lichtstroms einer Leuchte oder Anlage in Einbaulage oberhalb der Horizontalen abgestrahlt wird. Je kleiner der Wert, desto besser.
  • Bauform Voll abgeschirmte Leuchten Leuchten mit Full Cut-off Charakteristik geben kein Licht oberhalb der Horizontalen ab, wenn sie waagerecht montiert sind.
  • Montage Flache Ausrichtung Je stärker ein Strahler geneigt wird, desto mehr Licht kann nach oben gelangen. Eine flache Montage und ein ausreichender Abschirmwinkel halten die ULR gering.

Welche Außenanlagen sind besonders betroffen?

Unerwünschtes Licht außerhalb der Nutzfläche tritt vor allem dort auf, wo große Flächen mit hohen Lichtströmen aus größerer Entfernung beleuchtet werden. Bei Flutlichtanlagen entscheidet die Planung, wie viel Licht auf der Fläche bleibt.

Typische Anwendungen und worauf es dort ankommt:

Anwendung Typische Ursache Worauf es ankommt
LED Fußballplatzbeleuchtung Hohe Masten und stark geneigte Strahler an den Spielfeldrändern Passende Optiken und genaue Zielpunkte auf dem Spielfeld
LED Tennisplatzbeleuchtung Licht strahlt über Zäune und benachbarte Plätze hinaus Optiken passend zur kompakten Platzgröße
LED Padelplatzbeleuchtung Leuchten nah an den Glaswänden, die Licht reflektieren Blendarme Anordnung und passende Montagehöhe
LED Reitplatzbeleuchtung Offene Flächen in meist dunkler, ländlicher Umgebung Gezielte Ausleuchtung ohne Aufhellung angrenzender Flächen
LED Parkplatzbeleuchtung Leuchten am Rand strahlen über die Stellflächen hinaus Lichtverteilung passend zu Fahrgassen und Randbereichen
LED Betriebsgeländebeleuchtung Strahler an Gebäudekanten leuchten weit über das Gelände hinaus Flach montierte Strahler und klare Beleuchtungszonen
Wege und Zufahrten Rundum strahlende Leuchten hellen Randbereiche auf LED Straßenlaternen mit gerichteter Lichtverteilung

Gibt es Normen und Grenzwerte für Streulicht?

Einen allgemeinen Grenzwert für Streulicht gibt es nicht, weil es von Anlage, Fläche und Umgebung abhängt. Normen begrenzen jedoch das Störlicht, also den störenden Teil davon.

  • Sport Sportstätten Die DIN EN 12193 ordnet Sportanlagen Umgebungszonen zu und begrenzt je nach Zone das Störlicht, darunter auch das nach oben abgestrahlte Licht.
  • Arbeit im Freien Arbeitsstätten Auch die DIN EN 12464-2 berücksichtigt die Störwirkung einer Beleuchtung auf ihre Umgebung.
  • Umgebung Konkreter Ort Wie stark Licht an einem bestimmten Ort wirkt, wird über eigene Richtwerte zur Lichtimmission beurteilt.

Woran lässt sich Streulicht erkennen?

Ob eine Anlage viel Streulicht erzeugt, lässt sich am besten bei Dunkelheit und aus mehreren Blickrichtungen prüfen. Noch besser ist es, die Lichtverteilung schon vor der Montage zu berechnen.

  • Bei Dunkelheit Außenwirkung kontrollieren Eine nächtliche Begehung zeigt, ob Licht über die Flächenränder hinausreicht, Fassaden oder Bäume aufhellt oder Leuchten aus großer Entfernung direkt sichtbar sind.
  • Vor der Installation Lichtverteilung berechnen Eine Lichtberechnung kann neben der Nutzfläche zusätzliche Kontrollflächen berücksichtigen. So wird früh sichtbar, wie viel Licht außerhalb des vorgesehenen Bereichs ankommt.
  • Nach der Montage Messen und nachjustieren Messungen an den Flächenrändern zeigen die tatsächliche Lichtwirkung. Anschließend lassen sich Neigung, Leistung oder Abschirmung gezielt anpassen.

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Ob Sportplatz, Parkplatz oder Betriebsgelände: Wir planen Ihre Außenbeleuchtung mit passender Optik, Masthöhe und Ausrichtung, damit das Licht auf der Nutzfläche bleibt. Auf Wunsch betrachten wir dabei auch die angrenzenden Bereiche. So wissen Sie vor der Montage, wie gezielt Ihre Anlage arbeitet.

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Wie lässt sich Streulicht vermeiden?

Am wirksamsten gelingt das bereits in der Planung. Das Ziel ist eine Lichtverteilung, die genau zur Fläche passt. Auch bestehende Anlagen lassen sich häufig mit wenig Aufwand verbessern.

  • Optik Präzise Leuchten wählen Bei LED Flutlichtstrahlern bestimmt die Optik, wie genau das Licht auf der Fläche bleibt. Moderne LED Leuchten lenken Licht oft deutlich gezielter als ältere Strahler.
  • Abschirmung Licht begrenzen Blenden und Abschirmungen halten Licht von Bereichen fern, die dunkel bleiben sollen. Gezielter Blendschutz verhindert zudem den direkten Blick in helle Lichtquellen.
  • Steuerung Licht bedarfsgerecht nutzen Mit LED Dimmung und einem Lichtmanagement läuft die Anlage nur so hell und so lange wie nötig, zum Beispiel abgesenkt nach Trainingsende.

Weniger Streulicht schont zugleich nachtaktive Tiere. Zusammen mit warmweißem Licht entsteht so eine insektenfreundliche Beleuchtung.


Häufige Fragen zu Streulicht

Streulicht ist der Anteil des ausgesendeten Lichts, der nicht auf die vorgesehene Nutzfläche trifft. Es hellt zum Beispiel Randbereiche, Fassaden, Grünflächen oder den Himmel über der Anlage auf, ohne dort eine Beleuchtungsaufgabe zu erfüllen.

Streulicht ist jedes Licht, das außerhalb der vorgesehenen Fläche ankommt. Störlicht ist der Teil davon, der in der Umgebung tatsächlich stört, etwa durch Aufhellung, Blendung oder die Aufhellung des Nachthimmels.

ULR steht für Upward Light Ratio. Der Wert beschreibt den Anteil des Lichtstroms, den eine Leuchte oder Anlage in ihrer Einbaulage oberhalb der Horizontalen abgibt. Ein Wert von 0 Prozent bedeutet, dass kein Licht direkt nach oben gelangt.

Flutlichtanlagen beleuchten große Flächen oft aus größerer Entfernung. Passen Optik, Montageposition oder Neigung nicht zur Fläche, reicht ein Teil des Lichts über die Ränder hinaus. Die hohe Lichtleistung macht diesen Anteil zusätzlich deutlich sichtbar.

Nein. Ein zu enger Abstrahlwinkel kann helle Lichtinseln und eine ungleichmäßige Ausleuchtung verursachen. Entscheidend ist eine Lichtverteilung, die zu Größe, Form und Entfernung der Nutzfläche passt.

Direktes Streulicht lässt sich durch geeignete Optiken, Ausrichtung und Abschirmung stark begrenzen. Ein geringer indirekter Anteil bleibt jedoch bestehen, weil beleuchtete Böden, Fassaden und andere Oberflächen einen Teil des Lichts reflektieren.

Häufig helfen eine flachere Neigung, zusätzliche Blenden, weniger Leistung in Randbereichen oder angepasste Betriebszeiten. Reicht das nicht aus, ist der Austausch gegen LED Leuchten mit präziserer Optik oft die wirksamste Lösung.

Streulicht bezeichnet Licht außerhalb der vorgesehenen Nutzfläche. Lichtimmission beschreibt die Wirkung dieses Lichts an einem bestimmten Ort. Lichtverschmutzung ist der übergeordnete Begriff für die Aufhellung der nächtlichen Umwelt durch künstliches Licht.

Wenig Streulicht erzeugen Leuchten mit präziser, zur Fläche passender Optik, die sich flach montieren lassen. August Müller Lichttechnik bietet dafür LED Flutlichtstrahler und LED Straßenlaternen an und plant Anordnung und Ausrichtung auf Wunsch kostenfrei.


Weiterführende Inhalte zu Streulicht

Außenbeleuchtung gezielt planen

Wie gezielte Lichtlenkung in der Praxis aussieht, zeigen unser Projektbericht zur Kranbeleuchtung bei Wilbert TowerCranes und unser Projektbericht zur Tennisplatzbeleuchtung beim VfL Grafenwald. Weitere umgesetzte Anlagen finden Sie in unseren LED Projektberichten und Referenzen.

Grundlagen zu Lichtverteilung, Optik und Lichtplanung erklärt unser LED Ratgeber, alle Leuchten finden Sie im Online-Shop für professionelle LED Beleuchtung.